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Studie der Bank of America Asset Manager reduzieren Rohstoff-Investments so stark wie seit 2013 nicht mehr

Asset Manager schichten derzeit vor allem bei Rohstoffen um, wie eine Studie der "Bank of America" zeigt.
Asset Manager schichten derzeit vor allem bei Rohstoffen um, wie eine Studie der "Bank of America" zeigt. | Foto: IMAGO / Nedrofly Stock

In der Asset-Management-Branche zeichnet sich ein bemerkenswertes Bild ab. Trotz der steigenden Wetten auf eine "weiche Landung" für die Weltwirtschaft bleibt die Stimmung unter den globalen Fondsmanagern überwiegend pessimistisch. Dies geht aus der aktuellen Global Fund Manager-Umfrage der Bank of America (BofA) hervor. Befragt wurden dafür 222 Teilnehmer mit einem verwalteten Vermögen von 588 Milliarden Dollar in der Woche bis zum 13. Juli.

Flucht aus Rohstoffen

Laut der BofA-Umfrage erwarten 60 Prozent der Anleger ein schwächeres globales Wachstum in den nächsten zwölf Monaten. Fast die Hälfte (48 Prozent) der befragten Anleger prognostiziert den Beginn einer globalen Rezession bis Ende des ersten Quartals 2024. Trotz dieser pessimistischen Aussichten stieg die Zahl der Wetten auf ein sogenanntes Soft Landing der Wirtschaft im Juli auf 68 Prozent. Das sind deutlich mehr als die 21 Prozent, die eine harte Landung erwarten (zuvor: 30 Prozent).

Umfrage unter Fondsmanagern über die Wahrscheinlichkeit einer soften und weichen Landung
Umfrage unter Fondsmanagern über die Wahrscheinlichkeit einer soften und weichen Landung © Bank of America

Dennoch fahren viele Fondsmanager einen vorsichtigeren Kurs. So erhöhte sich der durchschnittliche Bargeldbestand leicht von 5,1 auf 5,3 Prozent. Deutlich heruntergefahren wurden Rohstoffengagements: Die Fondsmanager haben Rohstoffe so stark untergewichtet wie seit Mai 2020 nicht mehr, was den größten dreimonatigen Rückgang seit Mai 2013 darstellt. Kein Wunder, gelten viele Rohstoffe wie etwa Kupfer als Indikator für das Anziehen der Konjunktur. Die nachlassende Nachfrage nach Rohstoffen zeigt sich 2023 auch am ETF-Markt.

Die Untergewichtung von Aktien bleibt bestehen, auch wenn der Anteil im Jahresverlauf wieder etwas angezogen hat. Übergewichtet sind entsprechend Anleihen und Barmittel, bei den Währungen schlägt der Euro den US-Dollar.

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Technologieaktien - Hoffnungsträger oder Risiko? 

Generell sind die großen Technologieaktien derzeit sehr gefragt. Sie sind es auch, die die Rally seit Monaten antreiben. Fast die Hälfte der Fondsmanager (42 Prozent) glaubt, dass Künstliche Intelligenz die Gewinne in den nächsten zwei Jahren erhöhen wird.

Zugleich warnen mehr und mehr Marktteilnehmer, dass die heiß gelaufenen US-Aktien in der zweiten Jahreshälfte vor einer Bewährungsprobe stehen und die Kurse möglicherweise noch einmal nachgeben. Japanische Aktien stehen der Umfrage zufolge derzeit ebenfalls hoch im Kurs, chinesische Aktien werden dagegen geshortet.

Die fünf größten Risiken sehen die Befragten in der hohen Inflation, welche die Zentralbanken hawkish hält (45 Prozent), eine Kreditklemme der Banken mitsamt einer globalen Rezession (18 Prozent), eine sich verschlechternde Geopolitik (15 Prozent), eine AI/Tech-Blase (11 Prozent) und ein systemisches Kreditereignis (10 Prozent).

Die Befragten erwarten weiterhin, dass die Federal Reserve (Fed) die Zinssätze erst in der ersten Hälfte des Jahres 2024 senken wird, wobei die Erwartungen nun eher auf das zweite Quartal 2024 (29 Prozent) ausgerichtet sind. Zuvor wurde eine Senkung im ersten Quartal erwartet.

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