Studie: Banken geizen bei mobilen Apps

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Eine Analyse der Schweizer Beratungsfirma My Private Banking Research zeigt, dass nur die Hälfte der weltweit 30 größten Banken und Vermögensverwalter ihren Kunden mobile Anwendungen bieten. Lediglich drei der 30 untersuchten Finanzdienstleister stellen mobile Applikationen bereit, die über simples Online-Banking hinausgehen.

Die Analysen ergaben im Detail, dass nur die Hälfte der Banken überhaupt mobile Apps anbieten. Lediglich sechs der untersuchten 30 Banken offerierten Anwendungen mit Funktionen, die nicht bereits über die Website erhältlich sind. Nutzerfreundlichkiet und Services der Bankwebseiten hatten die Schweizer vor wenigen Monaten in einer weiteren Analyse ebenfalls äußerst kritisch beurteilt.

Kaum Extras für Kunden


Lediglich drei der analysierten Banken offerierten ihren Kunden Applikationen, die  über das simple Abrufen von Kontoinformationen oder reines Online-Banking hinausgingen und etwa ortsbezogene Informationsdienste wie ein Wegweiser zur nächsten Filiale oder dem nächsten Geldautomaten anboten.

Keine der Banken konnte eine umfassende mobile App anbieten, die Kunden Finanzinformationen in Echtzeit, Auswertungen zum Portfolio, Zugang zu Research sowie eine Personalisierung durch den Nutzer erlaubte.

Die beste von My Private Banking identifizierte Anwendung kommt von der Standard Chartered Bank in Singapur, welche unterschiedlichste Funktionen in einer für den Kunden einfach zu bedienenden App anbietet: Sie enthält unter anderem ortsbezogenes Suchwerkzeug für Geldautomaten und Filialen und Kontoinformationsfunktionen bis hin zu Zahlungsfunktionen mittels Kreditkarte und elektronischem Scheck.

Zurückhaltung und Ignoranz

Die Studienautoren von My Private Banking führen das Zögern der Großbanken bei der Einführung mobiler Anwendungen auf eine allgemeine Zurückhaltung gegenüber neuen Kommunikationstechnologien zurück. Dies sei auch auf den Webseiten der Kreditinstitute und im ungenügenden Angebot bei sozialen Medien zu bemerken.

Zu viele Banken versäumen es, ihren Kunden mit Hilfe mobiler Technologien einen besseren Service zu bieten. „Gründe hierfür sind Fehleinschätzungen im Hinblick auf die zunehmende Wichtigkeit dieser Technologien, langsame Entscheidungs- und Umsetzungsprozesse und eine gewisse Ignoranz“, heißt es in der Studie.

Es scheint daher noch ein weiter Weg zu sein, bis Banken und Vermögensverwalter mittels auf die Kundenbedürfnisse abgestimmter Apps zur zentralen Informationsplattform in der mobilen Welt ihrer Kunden werden.

Dazu gehören nicht nur personalisierte Informationen für ihre Kunden sondern auch Angebote für soziale Netzwerke und Instrumente zur Finanzplanung. Auch in Sachen Social Media hatte My Private Banking Ende letzten Jahres in einer Studie der 30 größten Banken und Vermögensverwalter große Defizite festgestellt.

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