Studie: „Banken müssen sich spezialisieren“

In ihrer Marktstudie „Tough Decisions and New Directions: Global Capital Markets 2012“ kommt die Boston Consulting Group zu dem Schluss, dass sich Investmentbanken stärker auf ihre Kunden und ihre Stärken konzentrieren müssen. Nur dann werden sie ihre Erträge und Renditen auf Vorkrisenniveau steigern können.

Zurzeit erwirtschaften Investmentbanken eine Eigenkapitalrendite von 7 bis 10 Prozent. Das ist in etwa die Hälfte der Rendite, die sie vor der Bankenkrise erwirtschaftet haben. Regulatorische Vorgaben und die schleppende wirtschaftliche Erholung sind unter anderem Schuld an dieser Entwicklung. Aber auch die kritische Berichterstattung der Medien beeinflusst das Investmentgeschäft.

BCG rät den Investmentbanken zu weitreichenden Maßnahmen, um langfristig wieder eine Rendite von 15 Prozent zu erzielen. Die Banken sollen dafür ihre Kundengruppen und ihr Handelsvolumen genau bestimmen und ihre Produkte darauf zuschneiden. Als Beispiele nennt die Studie transparente Hedging-Lösungen für Unternehmen oder langfristige Anlagemöglichkeiten für institutionelle Investoren.

Zudem müssen Banken ihre Kosten senken, indem sie Vergütungs- und Bonistrukturen überarbeiten. Auch ein Abbau der Hierarchie sei meist kostensparend.

Aufgaben, die nicht mehr ausreichend Gewinn erwirtschaften, werden von kleineren spezialisierten Unternehmen übernommen. Als Beispiele führt die Studie Clearings-Services, Backoffice-Funktionen oder Risikomodellierungen an.

„Wenngleich keiner dieser Ansätze für sich genommen innovativ ist, können Banken nicht länger in allen Bereichen aktiv sein, wie es früher häufig der Fall war. Sie müssen sich entscheiden, welches Geschäftsmodell sie primär verfolgen wollen", sagt BCG-Partner und Mitautor der Studie, Robert Grübner.

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