Quelle: Fotolia

Quelle: Fotolia

Studie: Bauwirtschaft und Immobilienbranche ignorieren Klimarisiken

//
Dies geht aus einer Studie der Hypo Vereinsbank und der Nachhaltigkeits-Ratingagentur Oekom Research hervor, bei der Klimarisiken von 35 Branchen analysiert und bewertet wurden. Dabei haben die Forscher sowohl die unmittelbaren physischen Risiken für Unternehmen – wie etwa Schäden an Gebäuden oder Infrastruktureinrichtungen durch extreme Wetterereignisse – als auch regulatorische Risiken, Veränderungen der Marktpreise und des Kundenverhaltens sowie Reputationsrisiken berücksichtigt. Das Thema Klimastrategie gewinnt auch für deutsche Unternehmen zunehmend an Bedeutung, so das Studienergebnis. „Die Ergebnisse des Klimagipfels in Kopenhagen werden unmittelbare Auswirkungen auf die Unternehmen haben, da sie deren Rahmenbedingungen direkt und indirekt beeinflussen“, sagt Stefan Löbbert, Leiter Corporate Sustainability bei der Hypo Vereinsbank.

Cleantech Magazin

Cleantech Magazin
Aktuelle Ausgabe
Solarenergie: Die neusten Technologien und die besten Investments

>> jetzt neu: zum Blättern

>> zum klassischen PDF

>> kostenlos abonnieren

Die Automobilbranche hat das beste Klimarisiken-Management

Von den Unternehmen, die in den Branchen mit den höchsten Klimarisiken – Energieversorger sowie Öl und Gas – tätig sind, haben die meisten die Zeichen der Zeit erkannt. Diese Unternehmen haben bereits begonnen, sich systematisch mit dem Thema Umwelt auseinanderzusetzen. Sie bauen Fachwissen und Strukturen im Unternehmen auf und erfassen ihre Treibhausgasemissionen. Am besten reagiert die ebenfalls recht stark gefährdete Automobilbranche auf die Umweltrisiken (siehe Grafik).

Die Bau- und Immobilienwirtschaft zeigen hingegen kaum Anstalten, sich mit Umweltthemen auseinanderzusetzen. Dabei ist deren Anfälligkeit für Klimarisiken relativ hoch.

Deutliche Unterschiede bestehen auch zwischen Großunternehmen und der mittelständischen Wirtschaft. So erreichen die Dax 30 Unternehmen bei der Bewertung des Klimarisiko-Managements auf einer Skala von 1 (sehr schlecht) bis 4 (sehr gut) eine durchschnittliche Bewertung von 2,72. Die M-Dax-Unternehmen kommen nur auf einen Wert von 1,62.

„Gerade kleine und mittelständische Unternehmen tun sich schwer, die konkreten Auswirkungen des Klimawandels auf ihr Geschäft zu analysieren und gegebenenfalls entsprechende Maßnahmen einzuleiten“, erklärt Rolf Häßler, Direktor im Bereich Business Development bei Oekom Research.

Mehr zum Thema
Nachhaltigkeits-Studie: Franzosen und Schweden umweltbewusster als DeutscheOekom-Studie: Bedrohte Unternehmen