Studie des Flossbach von Storch Research Institute Wenn Protektionismus scheitert

Aktuelles Foto eines älteren Stahlwerks im US-Bundesstaat Pennsylvania: Die US-Stahlindustrie gilt schon seit Jahrzehnten als nicht mehr wettbewerbsfähig. | © Getty Images

Aktuelles Foto eines älteren Stahlwerks im US-Bundesstaat Pennsylvania: Die US-Stahlindustrie gilt schon seit Jahrzehnten als nicht mehr wettbewerbsfähig. Foto: Getty Images

Beim Treffen der Staatschefs der größten Industrienationen beim G-20-Gipfel in Argentinien war das vielleicht wichtigste Thema der Handelskonflikt zwischen den USA und China. Ein guter Anlass, sich einmal etwas genauer mit dem Thema Protektionismus auseinanderzusetzen. Welche Auswirkungen hat die Abschottung von Märkten für Industrien und Angestellte?

Protektionismus verfehlt sein Ziel

Vor neun Monaten startete Donald Trump seine Importzölle auf ausländischen Stahl. Sein Versprechen: Damit schütze er die heimische Industrie und die Arbeitsplätze der US-Arbeiter. So einfach ist es dann doch nicht: „Mittlerweile zeigt sich, dass die protektionistischen Maßnahmen auf Stahl nicht in der Lage waren, eines der angestrebten Ziele zur Unterstützung der inländischen Produktion und Beschäftigung des geschützten Sektors zu erreichen“, erklärt Agnieszka Gehringer, Analystin beim Flossbach von Storch Research Institute. Sie weist in einer aktuellen Studie am Beispiel der Stahlindustrie nach, dass Donald Trump die Ziele seines Handelskonfliktes verfehlt.

Zölle sollten US-Stahlindustrie schützen…

Bei der Ankündigung der Zölle hatte Trump noch verkündet, dass der politische Schritt „unserer heimischen Stahlindustrie helfen wird, ungenutzte Anlagen wiederzubeleben, neue Werke zu eröffnen, die notwendige fachliche Expertise durch die Einstellung neuer Stahlarbeiter zu stärken und damit die Stahlproduktion aufrechtzuerhalten oder zu erhöhen.“

… doch die Handelsbilanz der Branche verschlechtert sich weiter

Anstatt der Stahlindustrie zu helfen, verschlechterte sich die Handelsbilanz der Eisen- und Stahlwerke sowie der Eisen- und Stahlerzeuger nach Einführung der Zölle jedoch weiter. Außerdem nahm die Beschäftigungsdynamik im Primärmetallsektor ab, der vor allem von der Eisen- und Stahlherstellung geprägt wird.

Erzeugerpreise steigen, weitere negative Effekte drohen

In ihrer Studie weist Gehringer darauf hin, dass sich auch die Erzeugerpreise in den stahlverarbeitenden Sektoren beschleunigt haben. Allerdings habe dieser Preisanstieg noch keinen eindeutigen Schaden für die Beschäftigung verursacht. „Denkbar ist, dass das Auftreten dieses negativen Effekts noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird“, erwartet Gehringer. Weniger wahrscheinlich sei es allerdings, dass dieser negative Effekt über höhere Exportpreise auf die Endabnehmer abgewälzt werden könne.

Die Studie steht auf der Seite des Flossbach von Storch Research Institute zum Download zur Verfügung.

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