Studie: Fast jeder dritte Deutsche ohne Finanzberatung

Studie: Fast jeder dritte Deutsche ohne Finanzberatung

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Laut der Studie „Verbraucherschutz durch Vergütungsmodelle im Finanzvertrieb“ des IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung lassen sich die Deutschen dabei am seltensten zur finanziellen Vorsorge beraten. In Schleswig-Holstein ließen sich die Hälfte der Einwohner bisher von keinem Fachmann über Möglichkeiten der Absicherung aufklären. In Hamburg waren es vier von zehn Bürgern.

Ganz anders in Ostdeutschland: Beim Spitzenreiter Brandenburg führten bereits 86 Prozent der Einwohner Beratungsgespräche, gefolgt von den Nachbarn Sachsen-Anhalt und Sachsen. Die einwohnerstärksten Länder Nordrhein-Westfalen und Bayern landen dagegen nur im Mittelfeld.

Auch bei der Risikoabsicherung besteht Nachholbedarf: Drei von zehn Bundesbürger haben in den vergangenen Jahren keine professionelle Beratung zu Themen wie private Haftpflicht-, Berufsunfähigkeits- oder Rechtschutzversicherung in Anspruch genommen. Besonders an Absicherung interessiert sind dabei wie auch im Gesamt-Ranking die Brandenburger (86 Prozent). Auf den Nachbarn Berlin hat das Beratungsverhalten dennoch keinen Einfluss: Die Metropole bewegt sich knapp unter deutschem Durchschnitt.
Besonders alarmierend an den Studienergebnissen: Wer sich nicht beraten lässt, hat auch weniger Ahnung. So holen beispielsweise nur etwa 30 Prozent der Beratungs-Muffel selbstständig Erkundigungen zur finanziellen Vorsorge ein. Bei den Möglichkeiten zur Sach- und Vermögensabsicherung ist es jeder Zweite. Die Gruppe der Nicht-Beratenen ist deshalb meist ungenügend abgesichert und somit auf die Rentenzeit, Sachschäden oder Krankheiten unzureichend vorbereitet, folgert die Studie.

Hintergrund: Die repräsentative Studie „Verbraucherschutz durch Vergütungsmodelle im Finanzvertrieb“ wurde im Auftrag von Canada Life, Standard Life, Stuttgarter Versicherung, Volkswohl Bund und Zurich Versicherung durchgeführt. Das IMWF Institut für Management- und  Wirtschaftsforschung befragte dafür Ende April 2.088 Bundesbürger.

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