Studie: Gier macht unglücklich

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Macht Geld glücklich? Dieser Frage ging das Forschungsteam um Edward Diener in einer im „Journal of Personality and Social Psychology“ veröffentlichten Studie nach. Die Psychologen der Universität Illinois befragten sieben Jahre lang über 80.000 Menschen in 135 verschiedenen Ländern über ihr Einkommen und ihr subjektives Wohlbefinden.

Das Ergebnis: Das Bruttoinlandprodukt pro Kopf hat zwar kaum Einfluss auf das Glücksgefühl einer durchschnittlichen Person. So zeigten sich Menschen in Ländern mit hohen Pro-Kopf-Einkommen im Durchschnitt nicht glücklicher als in ärmeren Ländern.

Dieses Ergebnis entspricht den Befunden mehrere früherer Studien.  Ein anderes Ergebnis früherer Studien, nämlich dass ein steigendes Einkommen keine Auswirkungen auf das Glücksgefühl hat, konnten die Forscher um Diener hingegen widerlegen. Verdient ein Mensch mehr Geld als bisher, fühlt er sich auch glücklicher, so das Ergebnis ihrer Studie. Aber nur, wenn er nicht gierig ist. Jagt er hingegen unrealistischen Wunschträumen nach, bringen ihm auch die saftigsten Gehaltserhöhungen nichts.

„Wer ständig enttäuscht wird, weil er erwartet, noch mehr Geld zu verdienen, dem verhilft steigendes Einkommen nicht zu mehr subjektivem Wohlbefinden“, erklärt Diener.

Mit dieser Studie widerlegen die Forscher das sogenannte „Easterlin Paradox“. Dieses 1974 etablierte Konzept besagt, dass das Wirtschaftswachstum eines Staates keine Auswirkungen auf das Glücksempfinden von dessen Bürgern hat. Laut „Easterlin Paradox“ seien reiche Menschen zwar grundsätzlich glücklicher als arme, erklärt Diener. Doch steigendes Einkommen bedeute nicht automatisch auch mehr Glück.

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