Studie: Große Qualitätsunterschiede bei Dachfonds

Eckhard Sauren: Auch ein Produkt des Dachfonds-Pioniers findet sich unter den fünf besten Aktien-Dachfonds

Eckhard Sauren: Auch ein Produkt des Dachfonds-Pioniers findet sich unter den fünf besten Aktien-Dachfonds

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Nach einer Auswertung von Scope Ratings konnten Dachfonds in den Kategorien „Aktien Global“ und „Mischfonds Global Flexibel“ in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt nicht überzeugen. Sie schnitten sowohl bei der Rendite als auch beim Risiko schlechter als klassische Fonds ab (siehe Tabelle 1).

Nach Einschätzung von Scope gibt es im Wesentlichen drei Gründe, die das im Durchschnitt schlechte Abschneiden der Dachfonds erklären können. Erstens: Dachfonds erheben eine eigene Management Fee, müssen aber auch Gebühren an die Zielfonds entrichten. Diese doppelte Kostenstruktur hebt die gesamte Belastung und mindert somit die Performance.

Zweitens: Viele Dachfonds können sich aufgrund geringer Fondsvolumina qualitativ hochwertiges Research nicht leisten. Nur neun der 49 Dachfonds der Kategorie „Mischfonds flexibel Global“ verwalten mehr als 50 Millionen Euro. Das fehlende Research-Potenzial hat zur Folge, dass sich die Fonds- beziehungsweise Managerselektion oft nur auf einfache quantitative Analysen beschränkt und notwendige qualitative Auswertungen nur mangelhaft durchgeführt werden. Hinzu kommt, dass mangelnde Research-Kapazitäten die strategische Portfolioallokation deutlich erschwert.

Der dritte Aspekt der Erklärung: Investments in Zielfonds erfordern eine stetige und aufwändige Überwachung. Eine einfache Buy-and-hold-Strategie führt selten zum Erfolg. Der Grund: Die Manager der Zielfonds verändern ihre Portfolios laufend – das gleiche gilt für ihre Strategie. Dachfonds müssen ihre Zielfonds daher detailliert im Blick behalten und bei Bedarf Umschichtungen vornehmen. Dieser Aufwand wird jedoch selten in ausreichendem Umfang betrieben.