Studie: Hebel-ETFs bleiben nur kurz im Depot

Short- und Hebel-ETFs gibt es in Deutschland seit wenigen Jahren. Während normale ETFs (ETF = Exchange Traded Fund - börsennotierter Indexfonds) einen Index abbilden, kehren Short-ETFs die Indexentwicklung um. Anleger können so aus fallenden Notierungen Gewinne ziehen. Hebel-ETFs verstärken die tägliche Indexbewegung um einen Faktor.

Und diese speziellen ETFs halten deutsche Anleger nur kurz: Nach 15 Tagen waren 50 Prozent, nach spätestens drei Monaten 85 Prozent aller Engagements beendet. Im Durchschnitt liegen die Fonds rund 47 Tage im Depot. Für die Studie ließ der ETF-Anbieter db x-Trackers 26.394 Engagements von über 10.000 Anlegern seit Anfang 2008 untersuchen.

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Zudem zeigen Anleger Fingerspitzengefühl: Jeder zweite Privatanleger verwendete für eine Position weniger als 5.000 Euro. Bei gehebelten ETFs ist das Volumen geringer als bei ungehebelten. „Zudem nimmt das investierte Volumen auch mit zunehmender Haltedauer stetig ab“, sagt Studienleiter Leo Schubert, Professor für Betriebswirtschaftslehre in Konstanz. Alle Punkte sprächen dafür, dass die Anleger die eingegangenen Risiken durchaus realistisch bewerten.

In 90 Prozent aller untersuchten Fälle lagen die erzielten Renditen zwischen plus 20 und minus 22 Prozent. Die Renditen bei Hebel-ETFs streuen weniger stark als ohne Hebel. So beträgt die Spanne bei doppelt gehebelten Short-ETFs minus 13,1 bis plus 8,6 Prozent. Allerdings gibt es sie erst seit April 2009. Zahlenmaterial aus dem Crash gibt es daher nicht.

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