Studie

Immobilien-Investoren werden mutiger

Britische Immobilieninvestoren sind besonders mutig, wenn es um Alternativen für den zuweilen überstrapazierten Immobilienmarkt geht. Das geht aus der aktuellen Investitionsklimastudie von Union Investment hervor. Grundlage sind 168 Immobilienunternehmen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Demnach sind 60 Prozent der Inselbewohner bereit, höhere Risiken auf sich zu nehmen.

Hintergrund: Im aktuellen Niedrigzinsumfeld fragen Investoren verstärkt vermietete Immobilien mit langfristig gebundenen Mietern (Core-Immobilien) nach. Die werden deshalb knapp und teuer, weshalb sich Investoren auch nach anderen Anlagen umschauen müssen.

Auch die Franzosen denken nicht mehr nur an Sicherheit, sondern vermehrt auch an die Rendite. Vor einem halben Jahr war einem Fünftel der französischen Investoren die Rendite bei einer Anlage am wichtigsten. Jetzt sind es 44 Prozent. In Deutschland schauen sich Investoren ebenfalls nach Alternativen um, dabei sind für sie Rendite und Sicherheit aber nach wie vor gleichermaßen wichtig.

Als Alternativen wollen die Investoren auf andere Standorte ausweichen. Laut Studie planen 49 Prozent der Befragten in B-Standorte zu investieren. Dabei sollen Objekte mit mehreren Mietern (Multi-Tenant) Klumpenrisiken vermeiden und etwas Sicherheit bieten. Erneut 49 Prozent wollen sich aus dem gleichen Grund auf europäische Kernländer beschränken.

Als weitere Alternative steigen Investoren zudem vermehrt in Projektentwicklungen ein, also in Immobilien, die noch gar nicht gebaut sind. „Etwa die Hälfte unseres eigenen Investmentvolumens der letzten beiden Jahre von etwa 4,5 Milliarden Euro entfiel bereits auf Projektkäufe“, sagt Reinhard Kutscher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Union Investment Real Estate in Hamburg. „Wir gehen davon aus, dass Projektentwicklungen künftig ein stärkeres Gewicht bei den Investitionsentscheidungen einnehmen werden.“

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