Studie: Institutionelle passen Anlagestrategie an „neue Normalität“ an

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Europas institutionelle Investoren richten sich auf die „neue Normalität“ ein, heißt es von Invesco Asset Management. Die neue Normalität bestehe aus der Erholung der Finanzmärkte 2010, Inflationssorgen, niedrige Zinsen und dem zunehmend verbreiten Eindruck, dass Staatsanleihen von Industrieländern keine risikolose Anlageklasse mehr darstellen. Dies sei das Ergebnis der Studie European Insititutional Asset Management Survey (EIAMS).

„Anleihen setzen sich weiter durch. Der in 2009 beobachtete, massive Abbau des Aktienanteils in den Portfolios scheint gestoppt. Und die deutliche Rückführung des Kassebestands signalisiert, dass die Anleger inzwischen attraktivere Anlagechancen ausgemacht haben“, kommentiert Michael Gartmann, Leiter des institutionellen Geschäftsbereichs bei Invesco Continental Europa, die Studienergebnisse.

Insgesamt stieg der Anteil von Anleihen in den Portfolios der institutionellen Anleger von 2009 bis 2010 um 7 Prozentpunkte auf 58 Prozent. Das ist der höchste Wert seit 2006. Der Aktienanteil sank von 29 auf 27 Prozent. Der Anteil der alternativen Anlageklassen blieb bei 12 Prozent stabil, genauso Immobilien bei 7 Prozent. Das zurückgekehrte Vertrauen der Großanleger in die Märkte ergebe sich aus dem schrumpfenden Anteil der Cash-Positionen. Nach 10 Prozent in 2008 und 5 Prozent in 2009 verringerte sich der Cash-Portfolioanteil auf 2 Prozent in 2010.

Nach der Schuldenkrise einiger Euroländer sind Unternehmensanleihen auf Kosten der Staatsanleihen der größte Gewinner bei den Institutionellen. Insgesamt planen mehr als ein Fünftel der Institutionellen eine Erhöhung des Anleiheanteils in ihrem Portfolio. Dabei wollen 31 Prozent ihr Engagement in Staatspapiere zurückführen, während gleichzeitig 30 Prozent auf Unternehmensanleihen setzen.

Wenn Anleihen die Gewinner der Umfrage sind, sind börsennotierte Indexfonds (Exchange Traded Funds, ETFs) der klare Verlierer. Nach 34 Prozent im Vorjahr setzen 2010 nur noch 28 Prozent der Befragten ETFs ein. 2007 waren es noch 44 Prozent. Stattdessen scheinen institutionelle Investoren alternative kostensparende Lösungen wie passive Spezialfonds oder Derivate zu bevorzugen, heißt es in der Studie.

Zur Studie geht es hier.

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