Versicherungssparten: Fokus auf Sachversicherungen

Die Analyse der Bestandsverteilung offenbart klare Schwerpunkte. Bei 90 Prozent der Jungmakler beträgt der Anteil von Sachversicherungen maximal 55 Prozent, bei 82 Prozent bis zu 40 Prozent. Krankenversicherungen spielen eine deutlich kleinere Rolle – bei 90 Prozent der Makler liegt der KV-Anteil bei maximal 20 Prozent.

Auch Arbeitskraftabsicherungen nehmen einen moderaten Stellenwert ein: Bei 85 Prozent der Befragten beträgt der AKS-Anteil maximal 30 Prozent. Altersvorsorge bewegt sich in ähnlichen Dimensionen, während Todesfallabsicherungen nahezu marginal sind – bei 97 Prozent der Makler liegt deren Anteil bei zehn Prozent oder weniger.

Besonders auffällig zeigt sich die geringe Bedeutung von Gewerbeversicherungen: 20 Prozent der Makler sind in diesem Bereich überhaupt nicht aktiv, bei 82 Prozent beträgt der Gewerbe-Anteil maximal zehn Prozent. Finanzierungen spielen mit einem Anteil von maximal fünf Prozent bei 80 Prozent der Makler kaum eine Rolle, 60 Prozent bieten diese Dienstleistung gar nicht erst an.

Jungmakler sollten den Markt zu beobachten und analysieren, welche Versicherungssparten im eigenen Umfeld besonders gefragt sind oder Wachstumspotenzial bieten. „Entscheiden sich Jungmakler für eine ganzheitliche Beratung, ist es empfehlenswert, Prozesse weitestgehend zu standardisieren und bestimmte Spezialproduktthemen an Spezialisten aus dem eigenen Expertennetzwerk auszulagern“, schreiben die Autoren. Oft ließen sich die Beziehungen zu Versicherungsgesellschaften, spezialisierten Dienstleistern und Maklerkollegen durch Vergütungsvereinbarungen langfristig stärken. 

Nachhaltigkeit: Noch kein Mainstream

Beim Thema Nachhaltigkeit zeigt die Studie, dass erst eine Minderheit der Jungmakler dieses strategisch verankert hat. Lediglich 6,8 Prozent der Befragten haben Nachhaltigkeit als zentralen Unternehmenswert mit aktiven Programmen etabliert. Die größte Gruppe mit 43,7 Prozent erkennt Nachhaltigkeit zwar an, hat aber keine spezifischen Programme implementiert. 26,2 Prozent sehen Nachhaltigkeit als nicht relevant für ihr Unternehmen.

„Für Jungmakler bedeutet Nachhaltigkeit eine große Chance“, betonen die Autoren. Wer auf nachhaltige Angebote setzt, ressourcenschonende Prozesse etabliert und soziale Verantwortung übernimmt, positioniere sich als moderner und vertrauenswürdiger Partner. „Das steigert nicht nur die Neukundengewinnung und stärkt die Bindung zu Bestandskunden, sondern macht auch als Arbeitgeber attraktiver und führt letztlich zu einem nicht von der Hand zu weisenden Wettbewerbsvorteil.“

Zur Umsetzung sollten Makler messbare Nachhaltigkeitsziele in allen drei Dimensionen (ökologisch, ökonomisch, sozial) definieren und eine verantwortliche Person benennen. Wichtig sei die Integration ESG-konformer Produkte ins Portfolio sowie die Kooperation mit nachhaltigen Versicherern und Netzwerken. Intern empfehle sich die Digitalisierung von Prozessen, papierlose Büroorganisation und der Einsatz erneuerbarer Energien. Soziales Engagement durch gemeinnützige Projekte und Mitarbeiterschulungen zur nachhaltigen Beratung verankerten Nachhaltigkeit zudem in der Unternehmenskultur.

Quelle: Studie „Jungmaklermarkt 2025“ 

Automatisierung als Schlüssel zur Effizienzsteigerung

In einem Exkurs thematisiert die Studie auch die Automatisierungsprozesse im Maklerbüro. Die Autoren argumentieren, dass diese angesichts von Fachkräftemangel, technologischer Abhängigkeit und steigendem Wettbewerbsdruck zur strategischen Notwendigkeit geworden ist.

Konkrete Automatisierungspotenziale identifiziert die Studie in sechs Bereichen: bei der Mehrfachverwendung von Content für verschiedene Kanäle, bei der Terminvereinbarung durch Online-Tools, bei der asynchronen Datenaufnahme vor Beratungsterminen, bei der Standardisierung von Beratungsprozessen, bei der digitalen Abschlussabwicklung sowie beim automatisierten Cross-Selling und der Bestandsbetreuung.

„Automatisierung ist keine Spielerei, sondern Überlebensstrategie“, lautet das Fazit der Studienautoren. „Makler, die frühzeitig in schlanke, digitale Prozesse investieren, gewinnen nicht nur Zeit – sie erhöhen ihre Beratungsqualität, verbessern die Kundenerfahrung und bleiben langfristig wettbewerbsfähig.“