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Geldanlage in Krisenzeiten Deutsche wappnen sich mit Aktien gegen die Inflation

Der Einkauf im Supermarkt wird teurer
Der Einkauf im Supermarkt wird teurer: Die Inflation bereitet den Bundesbürgern einer Umfrage zufolge Sorgen – ihre Geldanlage passen viele aber nicht an. | Foto: Imago Images / Martin Wagner

Mehr als die Hälfte der Deutschen erwartet einen weiteren Anstieg der Inflation, knapp 23 Prozent gehen von einem mehrjährigen Verharren auf dem aktuellen Niveau aus. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (Diva) hervor, für die etwa 2.000 Menschen in Deutschland befragt wurden. Hohe Energie- und Lebensmittelpreise bereiten den Deutschen demnach große Sorgen, um die Auswirkungen der Inflation auf ihr Geldvermögen machen sich jedoch nur wenige Befragte Gedanken.

So geben nur 13 Prozent der Deutschen an, aktiv gegenzusteuern. Ein Drittel der Befragten richten ihr Anlageverhalten zumindest teilweise auf die Inflation aus. Knapp 42 Prozent der Deutschen beachten die Inflation bei der Geldanlage jedoch nicht. „Bei acht Prozent Inflation und einem Anlagezins von einem, im besten Fall zwei Prozent sind zinsbasierte Geldanlagen wie Anleihen, Termin- oder Sichteinlagen ein glattes Verlustgeschäft“, so Michael Heuser, wissenschaftlicher Direktor des Instituts.

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Wer sich gegen die Inflation wappnet, tut dies bevorzugt mit aktienbasierten Geldanlagen, also Aktien, Investmentfonds, ETFs sowie fondsgebundene Renten- oder Lebensversicherungen mit signifikantem Aktienanteil. Das trifft auf knapp die Hälfte der Befragten, die gegensteuern, zu. Im Vergleich zur Erhebung im vergangenen Winter setzt sich das Aktiensparen damit noch weiter von Immobilien ab, die mit einem guten Drittel auf dem zweiten Platz rangieren. Dahinter folgen Gold und andere Edelmetalle (35 Prozent) sowie Kryptowährungen (22 Prozent).

 

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Viele Menschen würden sich gerne mit Immobilien gegen die Inflation absichern, so Martin Klein, Vorstand des Vermittlerverbands Votum, eines der Trägerverbände des Diva. „Das wird aber mit Blick auf die stark gestiegenen Baustoffpreise, den Handwerkermangel und Baufinanzierungszinsen von über drei Prozent zunehmend unerschwinglich, zumal die Immobilienpreise in den allermeisten Lagen weiterhin sehr hoch sind,“ sagt Klein.

Diva-Wissenschaftler: Kryptowährungen eignen sich nicht zur Inflationsbekämpfung

Die große Beliebtheit von Kryptowährungen sieht Diva-Wissenschaftler Heuser kritisch: „Kryptowährungen entziehen sich vollständig den geldpolitischen Maßnahmen der Zentralbanken, die mit mehrfachen, zum Teil sehr deutlichen Zinsschritten längst mit der Inflationsbekämpfung begonnen haben.“ Im Gegensatz zu Aktien und Aktienfonds seien Digitalwerte nicht mit Produktivvermögen hinterlegt. Der starke Kursverfall der vergangenen Monate mache deutlich, mit wieviel Spekulation die Kurse von Kryptowährungen verbunden seien. „Ein echtes Instrument zur Inflationsbekämpfung sind sie in keinem Falle“, so Heuser.

Knapp 40 Prozent der Bundesbürger, die bei der Geldanlage die Inflation ausblenden, geben als Ursache fehlende Mittel an. Knapp 30 Prozent beschäftigen sich nicht aktiv mit Geldanlagen, und ebenfalls knapp 30 Prozent sind sich unsicher, welche Geldanlagen vor Inflation schützen können. „Sehr vielen Deutschen mit Geldvermögen fehlt das notwendige Wissen, um die Auswirkungen der Inflation richtig einschätzen zu können und mit den richtigen Anlageformen gegenzusteuern“, sagt Oliver Mathais, Geschäftsführer des DIVA-Trägerverbandes VGA, dem Bundesverband der Assekuranzführungskräfte. Die Arbeit von Beratern sei daher wichtiger denn je.

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