EU-Kommissar Michel Barnier sucht Hilfe: Er ist für eine Steuer<br> auf Finanztransaktionen und die Schaffung einer europäischen <br> Katastrophenschutztruppe.<br>Quelle: Getty Images

EU-Kommissar Michel Barnier sucht Hilfe: Er ist für eine Steuer
auf Finanztransaktionen und die Schaffung einer europäischen
Katastrophenschutztruppe.
Quelle: Getty Images

Studie: Nächste Finanzkrise kommt spätestens 2015

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„Banken und Aufsichtsbehörden haben hart gearbeitet, um ein stabileres Finanzsystem aufzubauen. Viele der altbekannten Risiken bleiben dabei jedoch bestehen und es muss sichergestellt werden, dass nicht einige als Nebenwirkungen gar verstärkt werden“, sagt Finja Kütz, Geschäftsführerin von Oliver Wyman in München. Dazu zähle insbesondere der Aufbau von Schattenbanksektoren. „Wir müssen jetzt die Keimzellen möglicher nächster Krisen ausfindig machen, um uns bestmöglich darauf vorzubereiten“, so Kütz.

Was genau zur nächsten Finanzkrise führt, haben die Experten von Oliver Wyman in ihrer jüngsten Studie „State of the Financial Services Industry – The Financial Crisis of 2015. An avoidable history” untersucht, die heute auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos vorgestellt wurde.

Drei wesentliche Felder wurden identifiziert, die als Voraussetzung für eine erneute Krise gewertet werden können:

• Starker Regulierungsdruck drängt risikoreiche Aktivitäten aus dem regulierten Bankensystem und führt zum starken Wachstum des Schattenbankensystems

• Hohe Investitionen in den Rohstoffsektor führt zur Entstehung von Spekulationsblasen in Schwellenländern

• Das Platzen der Blase führt zum Kollaps der Staaten und resultiert in der Umstrukturierung der Staatsschulden, was zu einem globalen wirtschaftlichen Ungleichgewicht führt

Zu verhindern ist die Krise nicht. Aber:  „Die Durchführung von Stresstests und Szenarioanalysen kann die Finanzinstitute dabei unterstützen, die Risiken richtig zu bewerten und Aufsichtsbehörden helfen, die Auswirkungen einer weiteren Krise abzumildern“, heißt es von Olyver Wyman.

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