Studie: PKV-Wechselrecht kommt nicht an

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Für drei Viertel der Privatversicherten in Deutschland kommt ein Wechsel ihres privaten Krankenversicherers ab dem kommenden Jahr „bestimmt nicht“ infrage. Nur 6 Prozent wollen „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“ wechseln. Dafür würden 7 Prozent bis zu 10 Prozent höhere Beiträge in Kauf nehmen. Über die Hälfte ist aber nicht bereit, für einen Wechsel mehr Geld hinzulegen. Das hat eine Befragung von 764 Privatversicherten ergeben, die der Versicherer Continentale zusammen mit dem Marktforscher TNS Infratest durchgeführt hat.

Auch der neue Basistarif kann die Versicherten nicht überzeugen. 85 Prozent halten ihn für weniger bis gar nicht interessant. Hintergrund: Durch die aktuelle Gesundheitsreform hat der Gesetzgeber einen Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung (PKV) ab dem kommenden Jahr erleichtert. In der Vergangenheit wurde dies dadurch erschwert, dass Versicherte ihre Altersrückstellungen bei einem Wechsel nicht zum neuen Anbieter mitnehmen konnten.

Altersrückstellungen bilden Privatversicherte, indem sie in jungen Jahren einen Beitrag zahlen, der über ihren Krankheitskosten liegt. Mit diesen Überschüssen bildet der Versicherer Rückstellungen. Sie sollen gewährleisten, dass der Beitrag des Kunden im Alter nicht in die Höhe schießt. Ab 2009 dürfen Privatversicherte ihre Altersrückstellungen mitnehmen, wenn sie sich für einen anderen Anbieter entscheiden.

Als Wechselvehikel steht dabei der Basistarif zur Verfügung, in dem Wechselbereite mindestens 18 Monate bleiben müssen, bis sie einen Volltarif abschließen können. Das ist recht unattraktiv, da der Basistarif nur Leistungen auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenkassen vorsieht. 

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