Welche Unternehmen und Marken unter ihrer Kundschaft als besonders vertrauenswürdig gelten, hat das Marktforschungsunternehmen Servicevalue in Kooperation mit dem FAZ-Institut analysiert. Untersucht wurden Anbieter aus 46 Branchen, darunter klassische Versicherer, Direktversicherer und Maklerhäuser.

Social Listening als zweijährige Datensammlung

Die Studie basiert auf einem umfangreichen Social Listening, bei dem rund 25 Millionen Nennungen in öffentlichen, deutschen oder deutschsprachigen Internetquellen inklusive redaktioneller Webseiten und Social Media nach Erwähnungen zu etwa 13.000 Unternehmen im Zeitraum vom 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2024 analysiert wurden. Die Bewertung erfolgt anhand der Kriterien Vertrauen, Management, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Produkt & Service sowie Arbeitgeber. Bei der anschließenden Messung der Performance spielt Vertrauen mit 50 Prozent die größte Rolle, alle anderen Kriterien, in der Studie Eventtypen genannt, werden mit 10 Prozent berücksichtigt.

So funktioniert die Methodik der Berechnung

Die Studie bewertet dabei verschiedene Arten von Nachrichten oder Ereignissen für jedes Unternehmen anhand von zwei Hauptkriterien: dem Ton der Berichterstattung und der Reichweite. Für jede Art wird beim Ton ein Wert berechnet, der angibt, ob die Berichterstattung eher positiv oder negativ ist. Bei der Reichweite wird die Differenz zwischen positiven und negativen Erwähnungen berechnet.

Diese Werte werden dann jeweils gewichtet und zu einem Gesamtwert zusammengefasst. Diese ermittelten Punktzahlen werden innerhalb jeder Branche angepasst, wobei das beste Unternehmen in jeder Branche 100 Punkte erhält und die Punktzahlen der anderen Unternehmen im Verhältnis dazu berechnet werden. Abschließend wird für jede Branche der Durchschnitt aller Teilnehmerpunktzahlen berechnet. Mehr zur Methodik gibt es hier.

Studien-Konzept und Geschäftsmodell sorgen für viele Sieger

Alle Unternehmen, die einen Wert über dem durchschnittlichen Punktwert in der Gesamtwertung erreichen, erhalten die Auszeichnung „Deutschlands vertrauenswürdigste Unternehmen 2024“. Das bedeutet, dass die absolute Leistung keine Rolle spielt, sondern nur das relative Ergebnis im Verhältnis zur Konkurrenz.

Diese Vorgehensweise führt regelmäßig dazu, dass bei Servicevalue schon aus statistischen Gründen rund die Hälfte aller untersuchten Unternehmen zu den ausgezeichneten Unternehmen gehören und beispielsweise als „Sieger“, „Top“ oder „Fairster“ bezeichnet werden. Dies ist offensichtlich dem Geschäftsmodell der Kölner geschuldet, bei dem prämierte Unternehmen Siegel zu Vertriebs- und Marketingzwecken erwerben können.

Allianz knapp vor der Debeka

Bei den klassischen Erstversicherern zeichneten die Studienmacher ganze 22 Unternehmen als „Sieger“ aus. Branchenprimus ist Marktführer Allianz

Allianz 100,0
Debeka 99,4
Helvetia 98,9
LV 1871 98,8
Generali 98,5
Ergo 98,2
Württembergische 96,8
LVM Versicherung 96,7
Advocard 96,6
Hanse-Merkur 95,9
Die Bayerische 95,8
Continentale 94,6
Gothaer 93,4
VHV Versicherungen 93,4
VGH Versicherungen 93,1
Nürnberger 92,9
VPV Versicherungen 92,6
DEVK 92,1
Volkswohl Bund 91,9
Axa 91,8
Zurich 91,6
Provinzial Versicherungsgruppe 

89,9 

Quelle: Servicevalue in Kooperation mit dem F.A.Z.-Institut August 2024

Bei den Direktversicherern ist das Tochterunternehmen der Münchener vorn, die Allianz Direct.

Allianz Direct 100,0
Sparkassen Direktversicherung 98,6
Cosmos Direkt 96,1
Friday 95,8
Admiral Direkt 91,6
Huk 24 89,3

Quelle: Servicevalue in Kooperation mit dem F.A.Z.-Institut August 2024 

Bei den Maklerhäusern liegt mit dem Würzburger Unternehmen Dittmeier ein eher kleiner Player mit 60 Mitarbeitern vorne.

Dittmeier 100,0
Südvers 99,9
Helmsauer Gruppe 96,1
Henkel & Lares 93,6
Willis Towers Watson 91,7
Bernhard Assekuranzmakler 89,6
Domcura 87,5
MRH Trowe 86,3

Quelle: Servicevalue in Kooperation mit dem F.A.Z.-Institut August 2024