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Studie schießt scharf gegen TÜV-Siegel für Finanzvertriebe

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Die drei Auftraggeber der Studie fordern daher eine grundlegende Revision der bisherigen Zertifizierungspraxis. Eine nationale Akkreditierungsstelle solle künftig die Zertifizierungsstellen überwachen und allgemein verbindliche Kriterien erlassen, die für eine Prüfung von Finanzdienstleistungsprodukten, Produktgebern und Finanzberatern zu erfüllen sind.

Eine solche „oberste Zertifizierungsinstanz“ muss Deutschland aufgrund einer EU-Verordnung No. 765/2008 ohnehin zwingend einrichten. Ein entsprechendes Gesetz über die Akkreditierungsstelle (AkkStelleG) ist bereits Ende Juli 2009 im Bundesgesetzblatt verkündet worden und wartet noch auf seine Umsetzung.
Bereits im September war ein vom AfW Bundesverband Finanzdienstleistung in Auftrag gegebenes und von Siepe durchgeführtes Gutachten zu den Urteilen über geschlossene Fonds und Fondspolicen vorgelegt worden. Der TÜV Nord prüfte die Vorwürfe und setzte seine Zertifikate für geschlossene Fonds und Fondspolicen zeitweise aus. Ende Januar soll ein neu bestellter Beirat das neue Prüfkonzept, das dann ohne eine Notenskala auskommen wird, absegnen.

Die 66-seitige Studie „TÜV-geprüfte Finanzberatung“ kann über die E-Mailadresse [email protected] als PDF-Datei angefordert werden. Der Autor der Studie, Werner Siepe, ist Finanzmathematiker, pensionierter Beamter und seit 1994 freier Mitarbeiter für die Stiftung Warentest, insbesondere im Ressort Geldanlage und Altersvorsorge für die Zeitschrift „Finanztest“.
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