Studie: Schwellenländerfonds haben die größten Verkaufschancen

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Das zeigt die Frühjahrsumfrage „Trends in der Fondsbranche“ der Feri Euro-Rating Services unter 60 Fondsgesellschaften. „Schwellenländer sind die neuen alten Lieblinge der Fondsgesellschaften“, sagt Christian Michel, Teamleiter Fonds bei Feri.

Aktienfonds mit Fokus auf den Heimatmarkt Deutschland räumen mehr als drei Viertel der befragten Häuser gute bis sehr gute Absatzchancen ein. Allerdings hat sich die Stimmung hier etwas eingetrübt: „Im vergangenen Jahr waren die Asset Manager fast euphorisch mit Blick auf die Vertriebsaussichten von Produkten mit Deutschlandfokus. Diese Begeisterung hat sich gelegt“, so Michel. Das liege zum einen an der Eurokrise, zum anderen aber auch daran, dass sich die Aktien deutscher Unternehmen mittlerweile verteuert hätten und keine Schnäppchen mehr seien.

Aktien- und Multi-Asset-Fonds liegen bei den Assetklassen vorn

Auf Ebene der Assetklassen allgemein sehen die Fondsgesellschaften Aktien- und Multi-Asset-Fonds im Vertrieb weit vorn: Mehr als 80 Prozent der Befragten bescheinigen diesen Produkten jeweils die besten Verkaufschancen. Auch für Wandelanleihefonds und Alternative Investments sieht die Mehrheit gute Absatzmöglichkeiten.

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Gebessert haben sich gegenüber dem Vorjahr auch die Erwartungen für den Vertrieb von Rentenfonds. Waren die Absatzprognosen der Befragten für 2011 überwiegend negativ, so gestehen jetzt fast 64 Prozent der Anbieter Rentenfonds in diesem Jahr gute bis sehr gute Vertriebsaussichten zu. Neben Emerging-Markets-Anleihen werden hier nach Ansicht der Anbieter auch europäische Hochzinsanleihen verstärkt nachgefragt werden. Inflationsgeschützte Anleihen fallen in der Gunst ab

Am stärksten aufgeholt in den Vertriebserwartungen haben aber die Euro-Investment-Grade-Anleihen. Sahen hier im vergangenen Jahr nur 46 Prozent der befragten Fondsgesellschaften gutes oder sehr gutes Absatzpotenzial, so stellt das Optimisten-Lager in der aktuellen Befragung mit rund 68 Prozent die klare Mehrheit.

An Zuversicht der Anbieter eingebüßt haben dagegen Fonds mit Schwerpunkt auf inflationsgeschützte Anleihen. Hatten 2011 noch 70 Prozent der Anbieter diesen Produkten gute bis sehr gute Chancen eingeräumt, sind in der aktuellen Umfrage nur noch 50 Prozent der Befragten dieser Meinung. Die andere Hälfte sieht hier nur schwaches bis sehr schwaches Potenzial.

Missverhältnis zwischen Erwartungen und Produktpolitik

Die Befragung zeigte aber auch, dass obwohl Multi-Asset- und Schwellenländerfonds in der Gunst vorne liegen, die meisten der befragten Fondsgesellschaften ihre Produktpalette nicht darauf einstellen. So plant nicht einmal ein Drittel der Befragten, Multi-Assets-Fonds mit Schwellenländer-Fokus anzubieten, auch wenn drei Viertel hier Nettomittelzuflüsse erwarten.

„Interessant ist, wie eindeutig die Erwartungen hinsichtlich der Absatzchancen sind. Offenbar fehlt es aber an der Bereitschaft, darauf auch mit eigenen Fonds zu reagieren“, so Feri-Mann Michel. „Den Kuchen werden also diejenigen Gesellschaften unter sich aufteilen, die bereits mit entsprechenden Produkten am Markt sind oder kurz- bis mittelfristig eine Auflegung planen.“

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