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Selfie mit Formel-1-Fahrer Sebastian Vettel in Schanghai: Gerade institutionelle Investoren kommen an China nicht mehr vorbei. Foto: Getty Images

Studie

US-Anleger hungern nach China-Aktien

Institutionelle Investoren kommen an China schwerlich vorbei. Zu diesem Ergebnis kommt „The China Position“, eine von Invesco in Auftrag gegebene Studie des Analyseunternehmens Economist Intelligence Unit (EIU). Das China-Engagement globaler Investoren ist demnach groß: Mehr als 80 Prozent der 411 Befragten aus Nordamerika, der Region Asien-Pazifik (kurz APAC), Europa, dem Nahen Osten sowie Afrika wollen ihre spezifischen China-Allokationen in den kommenden zwölf Monaten ausbauen.

Zu den Studienteilnehmern gehören Vermögensmanager, institutionelle Anleger wie Versicherungsgesellschaften und Staatsfonds sowie Geschäftsbanken. Die befragten Organisationen verwalten jeweils ein Anlagevermögen von 500 Millionen bis zu mehr als 10 Milliarden US-Dollar.

China-Aktien sind die beliebteste Anlageform

Mehr als zwei Drittel der befragten institutionellen Anleger betrachten chinesische Aktien als die beliebteste Anlageform überhaupt. Das gilt sowohl für den Onshore-Bereich der A-Shares als auch für das Offshore-Segment der H-Shares. Dabei handelt es sich um die wichtigsten Aktiengruppen, die ausländischen Investoren in China uneingeschränkt zugänglich sind.

Mehr als zwei Drittel der Großinvestoren sind laut Studie direkt am chinesischen A-Aktienmarkt investiert – in Aktien, die an den Börsen in Schanghai und Shenzhen gelistet sind. Besonders groß ist der Hunger nach China-Aktien in den USA, wo der Anteil der Investoren mit einer direkten Allokation in A-Aktien bei 82 Prozent liegt.

Mehr als die Hälfte der befragten Großanleger hält eine direkte Allokation in H-Aktien. Dabei handelt es sich um Papiere chinesischer Unternehmen, die an der Börse Hongkong gelistet sind und auf Hongkong-Dollar lauten.

Unter dem Strich dürften Aktien für globale Investoren die einfachste Möglichkeit darstellen, um vom Wachstum chinesischer Unternehmen zu profitieren – auch wenn der Markt für A-Aktien hauptsächlich von chinesischen Kleinanlegern bespielt wird. Der Zugang für ausländische institutionelle Anleger ist hier streng reglementiert. Dennoch dürfte der Markt für A-Aktien mit einer weiteren Öffnung Chinas für institutionelle Investoren weiter zulegen.

Grafik 1: Vier von fünf globalen Investoren wollen ihre China-Allokation in den nächsten zwölf Monaten erhöhen (in Prozent)

Quelle: The Economist Intelligence Unit

US-Anleger profitieren vom Listing chinesischer Firmen

Während die Zahl der Notierungen chinesischer Unternehmen in der Volksrepublik zunimmt, wollen viele große chinesische Unternehmen ein US-Listing ihrer Aktien erreichen. In den vergangenen beiden Jahrzehnten sind rund 200 chinesische Unternehmen mit einem Gesamtmarktwert von 1 Billion US-Dollar in den Vereinigten Staaten an die Börse gegangen – mehr als in jedem anderen Land. Global aufgestellten US-Investoren kommt das entgegen: Dadurch erhalten sie Zugang zum Wachstum Chinas.

Mehr als die Hälfte der befragten US-Investoren (59 Prozent) plant laut der Invesco-Studie, ihre Allokation von Onshore-Equities in den kommenden zwölf Monaten zu erhöhen. 55 Prozent der Investoren wollen wiederum ihr Engagement im Offshore-Segment ausbauen – etwa bei Immobilien, alternativen Vermögenswerten sowie direktem Besitz von Unternehmen und Währungen.

Besonders interessant: Die Risiko- und Renditebewertungen der Befragten sind weitgehend gleichmäßig über alle Anlageklassen verteilt. Bei einer regionalen Aufteilung sind die Studienteilnehmer im APAC-Raum mehr über das Risiko besorgt als ihre Kollegen in Nordamerika oder EMEA. Während Immobilien als am wenigsten risikobehaftet angesehen werden, bietet die direkte Beteiligung an Unternehmen die meisten Vorteile, geben die Befragten an.

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