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Studie: Wohnungssuchende kapitulieren vor teurem Wohnraum

Wie bereits etliche Studien belegen, wird Wohnraum in Deutschland von Jahr zu Jahr teurer. Mittlerweile muss der Durchschnittsbürger ein Drittel seines Gehalts für Miete und Nebenkosten ausgeben. Vielleicht auch deswegen will jeder dritte Deutsche in den kommenden zwei Jahren seine Wohnsituation ändern.

Laut einer Studie des Marktforschungsinstitut TNS Infratest  sucht aktuell knapp ein Fünftel (17 Prozent) aller Deutschen ein neues Zuhause. Konkret wollen 10 Prozent umziehen und 6 Prozent planen, Wohneigentum zu kaufen.

Allerdings sollten die Wohnungssuchenden viel Zeit einplanen: Laut der Umfrage halten 20 Prozent der Wohnungssuchenden länger als ein Jahr Ausschau nach der richtigen Unterkunft. Jeder Fünfte braucht drei bis sechs Monate für die Auswahl. Ganz fix sind nur 24 Prozent: Sie finden nach drei Monaten das Richtige. Genauso viele Befragte gaben die Wohnungssuche allerdings schon auf. In Großstädten haben sogar schon 39 Prozent der Wohnungssuchenden die Suche aufgegeben.

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Dabei wären viele Bundesbürger bereit, ihren Wohnort zu wechseln, um ihren Wohnwunsch  zu erfüllen. Besonders hoch ist die Umzugsbereitschaft bei Menschen zwischen 18 und 29 Jahren (74 Prozent). 19 Prozent aller Befragten bevorzugen einen Wechsel innerhalb ihrer bisherigen Wohngegend. 21 Prozent könnten sich vorstellen in einem Umkreis von bis zu 21 Kilometer umzuziehen. Lediglich sechs Prozent wären bereit, weiter als 50 Kilometer von ihrem derzeitigen Wohnort wegzuziehen.

Doch egal wohin es die Befragten zieht, die bevorzugte Lage hängt stark vom derzeitigen Wohnort ab: Nur etwa jeder zehnte Stadtbewohner (12 Prozent) würde aufs Land ziehen und ebenso wenige Landbewohner (9 Prozent) könnten sich für Wohnungen in einer Innenstadt erwärmen. Im bundesdeutschen Durchschnitt bilden Häuser oder Wohnungen in Stadtrandlage (34 Prozent) und Landimmobilien (32 Prozent) die Favoriten.

Das mit Abstand größte Problem bei der Wohnungssuche ist für drei Viertel der Deutschen (72 Prozent) der zu hohe Preis. Über fehlende Infrastruktur und mangelhafte Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr in der Nähe der Angebote klagt jeder zweite Suchende. Die Hälfte der Befragten findet schlicht kein Objekt in gewünschter Lage.

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Klassische Immobilienkriterien wie Raumaufteilung (24 Prozent), Größe (19 Prozent) und Ausstattung (12 Prozent) finden mittlerweile weniger Beachtung bei der Recherche. Vielmehr interessieren sich 40 Prozent der Befragten für einen geringen Energieverbrauch der angebotenen Immobilie.

TNS Infratest führte die Studie im Auftrag des Baufinanzierers Wüstenrot, einer Tochtergesellschaft der Württembergischen Versicherungsgruppe, durch. Befragt wurden dabei 1.011 Personen.

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