Studie zu Fondsgebühren in Europa Warum Aktienfonds zum Nulltarif Wunschtraum bleiben

Preisschild: Der US-Fondsriese Fidelity Investments bietet in seinem Heimatmarkt Indexfonds für Privatanleger an, die vom Geld der Anleger keine Gebühren einbehalten. | © rawpixel.com

Preisschild: Der US-Fondsriese Fidelity Investments bietet in seinem Heimatmarkt Indexfonds für Privatanleger an, die vom Geld der Anleger keine Gebühren einbehalten. Foto: rawpixel.com

Unter dem Namen „Fidelity Zero Funds“ starteten im August zwei Aktien-Indexfonds, die vom Geld der Anleger keine Gebühren einbehalten. Zielgruppe dieses Discount-Angebots sind Anleger in den Vereinigten Staaten, die ein Benutzerkonto bei Fidelity Investments besitzen. Damit drehte der Asset Manager aus Boston im US-Bundesstaat Massachusetts so stark an der Preisschraube wie kein Mitbewerber zuvor.

Nachahmer der von Fidelity Investments vorgelegten Gratisstrategie in Europa dürften es schwer haben, berichtet aktuell Cerulli Associates. Die US-Branchenanalysten haben beispielsweise Unternehmensvertreter der deutschen Allianz Global Investors und der niederländischen Aegon Asset Management befragt. Demzufolge dürften gebührenfreie Fonds in Europa auch zukünftig eher eine Ausnahme bleiben.

Als Gründe dafür nennt Cerulli-Manager André Schurrenberger einerseits, dass Lizenzgebühren für externe Indexanbieter anfallen. Daher seien die kostenfreien Offerten auf Fonds beschränkt, die hauseigene Börsenbarometer abbilden. Das gilt auch für das Praxisbeispiel der gebührenfreien Fidelity-Fonds. Mit ihnen investieren Anleger entweder in den US-Aktienmarkt oder in Börsen außerhalb der USA.

Verwaltungsgebühren sinken

Doch auch die Vermögensverwalter großer Finanzkonzerne, die eigene Indizes erstellen, begegnen gesetzlichen Hürden: Die europäischen Regulierer versuchen laut Schurrenberger, Quersubventionierungen unterschiedlicher Kundengruppen auszuschließen. Das betrifft Firmen, die neben Indexfonds auch aktiv gemanagte Portfolios anbieten. Sie dürften ihre Einnahmen künftig durch höhere Performance-Fees erhöhen.

Die Verwaltungsgebühren aller Fondsgruppen in Europa dürften nach Angaben des Londoner Cerulli-Experten Schurrenberger auch künftig auf breiter Front sinken: Aktiv gemanagte Fonds berechneten 2017 im weltweiten Durchschnitt Verwaltungsgebühren in Höhe von 0,54 Prozent. Das waren 0,4 Prozentpunkte weniger als vier Jahre zuvor. Ebenso stark war der Rückgang bei den passiven Fonds auf nun 0,15 Prozent.