Zu kompliziert, um vermittelt zu werden? Vertriebe wünschen <br>sich einfache und transparente Produktkonzeptionen. <br>Quelle: Fotolia

Zu kompliziert, um vermittelt zu werden? Vertriebe wünschen
sich einfache und transparente Produktkonzeptionen.
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Studie zum Versicherungsvertrieb: Produkte oft zu komplex

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Die vier wichtigsten Produkttrends für das Wachstum in der Versicherungswirtschaft sind die Absicherung biometrischer Risiken, flexible Altersvorsorgeprodukten mit Garantien, private Krankenzusatzversicherungen und ein genereller Trend zu mehr Transparenz und Flexibilität bei der Produktgestaltung.

Das meinen zumindest 150 Branchenentscheider, die für die „Trendstudie Versicherungsvertrieb 2011" des Marktforschungsinstituts Heute und Morgen GmbH in Kooperation mit dem Branchenportal wmd brokerchannel befragt wurden.

Vertriebe und Versicherer schätzen die Absatzchancen jedoch ganz unterschiedlich ein. So beurteilen Finanzvertriebe das Wachstumspotenzial vieler Versicherungsprodukte deutlich zurückhaltender als die Versicherer. Vertriebe erwarten von ihren Produktpartnern zukünftig deutlich flexiblere und einfachere Produktkonzepte.

„Neue Produkte müssen aus Sicht des Vertriebs vor allem flexibel und transparent sein, und daneben ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bieten“, so Studienleiter Axel Stempel. „Insgesamt sollte die Vertriebssicht stärker in die Produktentwicklung einbezogen werden, um das Risiko späterer Marktflops zu reduzieren.“

Innovative Produkte: Zu kompliziert für den Vertrieb?

Von den Produktgebern wünschen sich die Vertriebe offene und modulare Produktkonzepte, die sich bedarfsgerecht an Kundenwünsche anpassen lassen. Dies gilt vor allem für Leben- und Anlageprodukte, wo deutlich flexiblere Anspar- und Kapitalentnahme-Möglichkeiten angeregt werden. Kurz: einfacher, verständlicher, durchschaubarer sollen die Produkten werden, damit auch „Otto Normalverbraucher“ erreicht und überzeugt werden kann, heißt es in der Studie.

>> Grafik vergrößern Unterschiedlich fallen die Ansichten etwa in der Leben-Sparte aus. Hier glauben die befragten Versicherer insbesondere an sogenannte Life-Care-Annuity-Konzepte, die Renten- und Pflegeversicherung kombinieren. Versicherer erwarten als Antwort auf die Absenkung des Garantiezinses in der klassischen Lebens- und Rentenversicherung zudem einen Boom bei fondsbasierten Garantieprodukten.

Vertriebe und Makler haben daran indes Zweifel, laut Studie erscheinen ihnen diese Produktkonzepte in der Vermittlung bei den Kunden noch als zu kompliziert und erklärungsbedürftig.

Privaten Pflege- und Krankenzusatzversicherungen wird sowohl von Versicherern als auch von Vertrieben ein großes Wachstumspotenzial vorausgesagt. Von den spätestens bis Ende 2012 einzuführenden ungeliebten neuen Unisex-Tarifen erwarten beide indes kurzfristig keine neuen Impulse für die Produktlandschaft.

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