Studie zur Altersvorsorge Jüngere Sparer müssen sich doppelt so stark anstrengen

Sparschwein: Jüngere Generationen müssen von ihrem Lohn etwa doppelt so viel aufwenden wie ältere, um die Versorgungslücke im Alter zu schließen. | © Pixabay

Sparschwein: Jüngere Generationen müssen von ihrem Lohn etwa doppelt so viel aufwenden wie ältere, um die Versorgungslücke im Alter zu schließen. Foto: Pixabay

Wer im Jahr 1960 auf die Welt gekommen ist, muss rund 2,1 Prozent seines Erwerbseinkommens sparen, um fürs Alter finanziell vorzusorgen. Zum Vergleich: Bei den 15 Jahre später geborenen Menschen hierzulande sind es schätzungsweise 4,4 Prozent und bei den 1990 Geborenen 3,9 Prozent. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). 

Wer im Jahr 1960 auf die Welt gekommen ist, muss rund 2,1 Prozent seines Erwerbseinkommens sparen, um fürs Alter finanziell vorzusorgen. Zum Vergleich: Bei den 15 Jahre später geborenen Menschen hierzulande sind es schätzungsweise 4,4 Prozent und bei den 1990 Geborenen 3,9 Prozent. Das zeigen aktuelle Berechnungen des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

„Mehr Unterstützung vom Staat, bitte!“ 

Wolfgang Weiler, GDV

Der höhere Sparbedarf resultiert einerseits aus dem sinkenden Rentenniveau und dem längeren Ruhestand, da die Lebenserwartung stärker zulegt als das Renteneintrittsalter. Zum anderen leiden die jüngeren Jahrgänge unter den dramatisch gesunkenen Zinsen. Sollten diese noch sehr lange auf dem aktuell sehr niedrigen Niveau verharren, könnte der Sparbedarf der Jüngeren laut der Studie sogar auf mehr als 8 Prozent ihres Erwerbseinkommens steigen.

GDV-Präsident Wolfgang Weiler fordert daher mehr Unterstützung vom Staat: „Mehr zu sparen, ist für viele Menschen nicht leicht. Es wäre nur fair, wenn der Staat den Vermögensaufbau stärker unterstützt.“ So liege der förderfähige Höchstbetrag bei der Riester-Rente seit 2002 unverändert bei 2.100 Euro, was damals etwa vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze entsprach. „Heute wären 4 Prozent gut 3.200 Euro wert. Auf diese Summe sollte die Fördergrenze mindestens angehoben werden und in Zukunft mit den Einkommen automatisch mitwachsen.“

Längere Lebensarbeitszeit senkt Sparbedarf

Der steigende Altersvorsorgebedarf lässt sich aber nicht nur durch höhere Sparraten decken. Helfen könnte auch ein späterer Renteneintritt. „Längeres Arbeiten führt zu höheren Ansprüchen aus der gesetzlichen Rente und kann dazu beitragen, den längeren Ruhestand zu finanzieren“, sagt Prognos-Studienleiter Oliver Ehrentraut. Es sei daher sinnvoll, das Renteneintrittsalter an die fernere Lebenserwartung zu koppeln.