Studie zur betrieblichen Altersversorgung Eigenanteile in der bAV werden immer wichtiger

Arbeitnehmer: Eine aktuell veröffentlichte Spezialstudie zur betrieblichen Altersversorgung vergleicht unterschiedliche Beispielfälle. | © bruce mars

Arbeitnehmer: Eine aktuell veröffentlichte Spezialstudie zur betrieblichen Altersversorgung vergleicht unterschiedliche Beispielfälle. Foto: bruce mars

Zwischen 4 und 6 Prozent des letzten Bruttoeinkommens liegt eine Startrente, die sich ausschließlich aus arbeitgeberfinanzierten Beiträgen ergibt. Das zeigt eine aktuell veröffentlichte Studie des Frankfurter Beratungshauses Lurse. Demnach wirkt sich der zunehmende Fokus auf die Beitragsgarantien an der Stelle von Zusagen mit fest definierten Leistungen deutlich auf die zu erwartenden Rentenhöhen aus.

Miroslaw Staniek, Lurse

„Zudem wurden hohe Garantie- und Verzinsungsversprechen deutlich zurückgefahren“, berichtet Miroslaw Staniek, Partner und Aktuar bei Lurse. „Das wirkt sich massiv auf den Bruttoversorgungsgrad aus. Noch um die Jahrtausendwende waren in manchen Branchen Versorgungswerke verbreitet, in denen Mitarbeiter eine Betriebsrente von bis zu 40 Prozent ihres letzten Einkommens erreichen konnten.“

Konkrete Daten benennt eine aktuelle Lurse-Studie für Mitarbeiter, die zwischen 22 und 42 Jahre auf eine ausschließlich arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente setzen. Dabei wurden branchenübergreifend Merkmale von 74 Versorgungsplänen von großen und mittelständischen Unternehmen untersucht und der Bruttoversorgungsgrad für drei Mustermitarbeiter (Sachbearbeiter, Professional, Manager) ermittelt.

Geringer Versorgungsgrad für Sachbearbeiter

Im Durchschnitt erhält der Sachbearbeiter nach einer 42-jährigen Dienstzeit eine Altersleistung in Höhe von 5,0 Prozent des letzten Bruttogesamteinkommens. Zum Vergleich: Der Professional hat durch die allein vom Arbeitgeber finanzierte betriebliche Altersversorgung (bAV) durchschnittlich eine Leistung von 4,6 Prozent des letzten Bruttogesamteinkommens zu erwarten.

Damit wird trotz Annahme einer um zehn Jahre kürzeren Dienstzeit ein mit dem Sachbearbeiter vergleichbares Niveau erreicht. Und der Bruttoversorgungsgrad im Musterfall des Managers, bei dem sogar lediglich eine 22-jährige Dienstzeit unterstellt wurde, liegt im Durchschnitt bei 5,7 Prozent des letzten Bruttogesamteinkommens.

bAV-Eigenbeteiligung wird immer wichtiger 

Diese Ergebnisse zeigen laut Lurse-Partner Staniek deutlich, dass die Eigenbeteiligung der Mitarbeiter immer wichtiger wird. Knapp zwei Drittel der Unternehmen haben daher in den vorigen fünf Jahren Matching-Pläne aufgelegt. Sie sind attraktiv, weil sie eine Eigenbeteiligung der Arbeitnehmer vorsehen, die automatisch einen Zuschuss des Arbeitgebers nach sich zieht.

„Die besondere Leistung des Arbeitgebers, die dadurch transparent wird, erhöht deutlich messbar die Bereitschaft der Beschäftigten, eigene Mittel zu investieren“, erklärt bAV-Experte Staniek. „Die Beteiligungsquote an Matching-Plänen ist mit durchschnittlich 62 Prozent dann auch mehr als doppelt so hoch wie bei rein arbeitnehmerfinanzierten Plänen.“