Nächster Schritt im Fusionsprozess zwischen dem Versicherer Die Stuttgarter und der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK): Die beiden Unternehmen haben nach einstimmigen Beschlüssen der jeweiligen Mitgliedervertreterversammlungen die Gründung eines Gleichordnungskonzerns zum 1. Juli bekanntgegeben. 

Die seit Oktober 2024 vorgenommene Prüfung eines Zusammenschlusses war ein intensiver und sehr gründlicher Prozess. Dabei hat sich auf allen Ebenen bestätigt, dass unsere beiden Gruppen hervorragend zueinander passen“, sagt Ulrich Mitzlaff, Vorstandsvorsitzender der SDK. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter, ergänzt: „Auch das Bundeskartellamt hat grünes Licht gegeben. Nun freuen wir uns darauf, in den kommenden Monaten eine Unternehmensgruppe mit gemeinsamer Kultur und einem gemeinsamen Leitbild zu gestalten.“

Zwei Partner mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten

Die Stuttgarter Versicherung spezialisiert sich auf das Lebensversicherungs- sowie das Unfallgeschäft, die SDK ist ein Krankenversicherer. Zusammen kommt die neue Gruppe auf über 1,85 Milliarden Euro gebuchte Bruttobeiträge bei mehr als 1,8 Millionen Versicherungsverträgen und 1.600 Mitarbeitern. Vertrieblich liegt der Fokus der Stuttgarter auf Maklern und Mehrfirmenvertretern, die SDK konzentriert sich auf Ausschließlichkeit, Banken und Direktvertrieb.

 

Aus Sicht der neuen Partner eröffnet der Zusammenschluss neue Wachstumspotenziale durch sich ergänzende Vertriebswege und Produktsparten. Darüber hinaus entstünden Synergien bei der Personalgewinnung und -entwicklung, bei Produkt- und Technologieinnovationen sowie bei IT-Investitionen. Die neue Gruppe sei auch besser auf volatile Rahmenbedingungen und steigende regulatorische Anforderungen vorbereitet. 

Wie der neue Vorstand aufgestellt sein wird 

Im Rahmen der Gründung des Gleichordnungskonzerns werden die Vorstände beider Unternehmen – Mitzlaff, Olaf Engemann und Ralf Oestereich von der SDK sowie Bader, Jesko Kannenberg und Michael Krebbers von der Stuttgarter – wechselseitig in die Organe der jeweils anderen Gruppe berufen. Damit entsteht ab 1. Juli eine Personalunion in den Vorstandsgremien bei den Versicherungsgesellschaften der neuen Gruppe. Einzige Ausnahme: ist Ralf Berndt, Vorstand Vertrieb und Marketing der Stuttgarter, der Ende August planmäßig in den Ruhestand gehen wird.

Dr. Ulrich Mitzlaff
Ulrich Mitzlaff © SDK

Im Rahmen der Verzahnung der Vorstandsgremien verändern sich in Teilen auch die Ressortverantwortlichkeiten. Wesentliche Änderungen sind laut einer Mitteilung der beiden Unternehmen, dass jeweils für die gesamte Gruppe Mitzlaff (unverändert Vorstandsvorsitzender der SDK) künftig auch die Bereiche Revision, Rechnungswesen, Personal und Risikomanagement verantwortet. Bader (unverändert Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter) übernimmt die Bereiche Kapitalanlage, Immobilien sowie die Versicherungstechnik/ Mathematik und Kannenberg den Vertrieb über unabhängige Vermittler.

Dr. Guido Bader, Vorsitzender der Vorstände der Stuttgarter Lebensversicherung a.G., Stuttgarter Versicherung Holding AG, Stuttgarter Versicherung AG und DIREKTE LEBEN Versicherung AG.
Guido Bader, © Die Stuttgarter

Abschluss der Fusion 2026 

Im Zuge der Umstrukturierung ist zunächst vorgesehen, dass im dritten Quartal 2025 rückwirkend zum 1. Januar 2025 die Süddeutsche Allgemeine Versicherung a. G. auf die Stuttgarter Versicherung AG übertragen sowie die Süddeutsche Lebensversicherung a. G. auf die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. verschmolzen werden. Im Anschluss sollen weitere gesellschaftsrechtliche Transaktionen erfolgen, um den Gleichordnungskonzern bis Ende 2026 in seine neue Struktur zu überführen, heißt es von den beiden Unternehmen.

Vergangenen Herbst hieß es, dass ein Versicherungsverein als Muttergesellschaft fungieren und über einer Holding stehen soll, die die operativen Einheiten verwaltet. Im Zuge des erfolgten Zusammenschlusses zum Gleichordnungskonzern wird derzeit noch der Übergangsname „SDK-Stuttgarter-Gruppe“ verwendet. Dies teilte eine Unternehmenssprecherin laut eines Berichts des Fachmagazins „Versicherungsjournal“ mit. Die Entwicklung eines neuen Konzernnamens dauere noch an. „Hierfür möchten wir uns die nötige Zeit nehmen“, so die Sprecherin.