Markus Kaiser (Greiff Research Institut)

ETF der Woche S&P-500-ETFs: Viel mehr als nur eine Benchmark für US-Aktien

In US-Unternehmen investieren
In US-Unternehmen investieren: Der S&P-500-Index ist über rund 500 Aktien diversifiziert und enthält Unternehmen aus verschiedenen Branchen, wie Technologie, Gesundheitswesen, Finanzen und Energie.
© Christin Jahns mit Canva-KI

S&P 500: Von 10 auf über 5.000 Punkte

Am 4. März 1957 begründete Standard & Poor’s den S&P-500-Index und berechnete diesen bis 1928 mit täglichen Kursen, bis 1918 mit wöchentlichen Kursen sowie bis 1789 mit monatlichen Kursen zurück. Als Basisjahre für die Berechnung dienten die Jahre 1941 bis 1943 mit einem Startwert von zehn Indexpunkten.

Heute notiert der S&P-500-Index bei mehr als 5.000 Punkten! Der Index wurde entwickelt, um einen repräsentativen Querschnitt der US-Wirtschaft darzustellen und auf einfache Art und Weise die Performance der großen Unternehmen verfolgen zu können.

Dabei dient er längst als wichtiger Indikator für die Stimmung am US-amerikanischen Aktienmarkt. Finanzmedien nutzen den S&P 500 in ihrer Berichterstattung und bei fundamentalen und charttechnischen Analysen des US-Aktienmarktes steht er ganz weit oben.

Der S&P-500-Index ist über rund 500 Aktien diversifiziert und enthält Unternehmen aus verschiedenen Branchen, wie Technologie, Gesundheitswesen, Finanzen und Energie.

Sektor-Allokation S&P 500 © S&P

S&P 500: Marktwert der Unternehmen bei mehr als 88 Billionen US-Dollar

Der S&P-500-Index wird von S&P Dow Jones Indices berechnet und publiziert. Die ausgewählten Indextitel werden quartalsweise überprüft und der Index bei Änderungen entsprechend angepasst. Dabei umfasst der S&P-500-Index rund 80 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung der US-amerikanischen börsennotierten Unternehmen mit einem aggregierten Marktwert von inzwischen mehr als 88 Billionen US-Dollar!

Die im Index enthaltenen Unternehmen werden nach ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung gewichtet, sodass Unternehmen mit einer hohen Marktkapitalisierung automatisch einen größeren Einfluss auf die Wertentwicklung des Index mit sich bringen. Bei der Streubesitz-Marktkapitalisierung werden allerdings nur diejenigen Aktien berücksichtigt, die nicht an Führungskräfte oder andere Interessengruppen vergeben sind. Dementsprechend sind alle frei am Markt handelbaren Anteile eines Unternehmens für die Gewichtung im S&P 500 relevant.

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Kursgewinne und Dividenden bringen 15 Prozent pro Jahr

Mit einem Investment in S&P-500-ETFs partizipieren Anleger nicht nur an den Kursgewinnen, sondern auch an den Dividenden der Unternehmen. Allein in den vergangenen zehn Jahren betrug der Wertzuwachs des S&P-500-Index inklusive der Dividenden mehr als 300 Prozent, das entspricht einer jährlichen Wertsteigerung von unglaublichen 15 Prozent pro Jahr.

S&P 500 Performance © Morningstar Direct

Großes Produktangebot mit niedrigen Gebühren

Aktuell stehen Anlegern rund 24 ETFs für eine Anlage in den S&P 500 Index zur Verfügung. Die börsengehandelten Indexfonds gibt es dabei als ausschüttende und auch als thesaurierende ETFs. Die Gesamtkostenquote (TER) der wichtigsten S&P-500-ETFs liegt in einer Range zwischen 0,03 und 0,15 Prozent pro Jahr. S&P-500-ETFs mit Währungsabsicherung kosten mit bis zu 0,28 Prozent pro Jahr etwas mehr. Ob mit oder ohne Währungsabsicherung, S&P-500-ETFs sind um ein Vielfaches günstiger als aktiv verwaltete Fonds, im gleichen Anlageuniversum.

 

Vor- und Nachteile des S&P 500

Als breit aufgestellter Index, der Aktien aus einer Vielzahl von Branchen enthält, bietet der S&P 500 eine gute Diversifikation, bei der die großen und relativ stabilen Unternehmen im Fokus stehen.

Die sensationelle Entwicklung der Technologieaktien hat den Index in den vergangenen Jahren gewaltig in die Höhe katapultiert, allerdings zulasten der Ausgewogenheit. Machten die Top 10 in den vergangenen 25 Jahren nur selten mehr als 20 Prozent der Gewichtung aus, ist deren Anteil inzwischen auf über 30 Prozent angewachsen.

Daher sollten Anleger bei zukünftigen Investments beachten, dass der S&P-500-Index inzwischen viel konzentrierter aufgestellt ist. Selbst wenn die wachstumsstarken Technologieunternehmen höhere Bewertungen rechtfertigen, ist der Index aufgrund der hohen Konzentration auf die wenigen Indextreibenden Titel inzwischen viel riskanter aufgestellt als zuvor.

Top-Holdings im S&P 500 © S&P

S&P 500 als Basisinvestment

Das Fazit kann nur lauten, S&P-500-ETFs gehören als Basisinvestment in jedes langfristig ausgerichtete Aktien-Depot, zumal die günstigsten ETFs bereits für 0,03 Prozent pro Jahr (TER) zu haben sind. Solange die schwergewichtigen Technologieunternehmen die Rendite des S&P 500 weiter in die Höhe jagen, ist die Indexzusammensetzung ein Segen für die Anleger.

Für die Zukunft gilt allerdings, genauer darauf zu achten, welche Konzentrationsrisiken sich in den Top-10-Titeln angesammelt haben. Doch auch hier hat die ETF-Industrie längst für Alternativen gesorgt. Neben Smart-Beta-ETFs, die den US-Aktienmarkt vornehmlich nach Faktoren gewichten, stehen auch gleich gewichtete S&P-500-ETFs im Regal.

Welche das sind und was genau sich dahinter verbirgt, erfährst und in der folgenden Klickstrecke. Möge jeder seinen Favoriten finden!

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