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USA, Großbritannien und Co. Superwahljahr 2024 – eine Roadmap der geopolitischen Risiken

Kinder bei der Patriotenparade in Hutchinson, Kansas
Kinder bei der Patriotenparade in Hutchinson, Kansas: Als Präsident nutzte Donald Trump das Volksfest am 4. Juli gern zur Machtdemonstration. | Foto: Imago Images / imagebroker

Die vielen im Jahr 2024 anstehenden Wahlen haben erhebliche Auswirkungen auf die Finanzpolitik. Da die amtierenden Regierungen um die Gunst ihrer Wähler kämpfen, rücken in Wahljahren die Bemühungen um eine Haushaltskonsolidierung oft zugunsten großzügigerer Ausgaben in den Hintergrund. Dies kommt zu einem Zeitpunkt, an dem antizyklische fiskalische Anpassungen weltweit dringend erforderlich sind, um die Schuldentragfähigkeit zu erhalten und den politischen Spielraum für künftige Konjunkturabschwünge zu schaffen. Es geht also nicht nur um die fiskalischen Risiken vor den Wahlen, sondern auch um die Frage, was danach kommt. Und wie können sich Anleger auf diesem unsicheren Terrain zurechtfinden?

Die Briten

Im Vereinigten Königreich gehen die Konservativen mit dem Wissen in die Herbstwahlen, dass ihre Chancen auf Machterhalt ohne ein kühnes Manöver gering sind. Der Spielraum ist jedoch stark eingeschränkt. Die anhaltende Inflation hindert die Bank of England (BoE) daran, die Wirtschaft mit einer geldpolitischen Lockerung zu stützen. Gleichzeitig haben das enttäuschende Wachstum und die hohe Verschuldung die fiskalischen Ungleichgewichte verschärft. Im Vorfeld der Wahlen sind sicherlich weitere finanzpolitische Maßnahmen geplant. Für den Haushalt im März werden spürbare Einkommensteuersenkungen erwartet. 

Vielleicht noch besorgniserregender ist jedoch, wohin sich die Steuerpolitik unter einer Labour-Regierung entwickeln wird. Finanzpolitische Zurückhaltung entspricht nicht gerade der Ideologie der Partei. Erhöhte fiskalische Risiken bis Jahresende bieten Gelegenheiten für Leerverkäufe von Staatsanleihen in der Erwartung, dass zusätzliche Risikoprämien in die Renditen eingepreist werden. Das längere Ende ist angesichts der Angebotsrisiken besonders anfällig. 

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Über den großen Teich

In der Zwischenzeit gehen die USA mit der wohl schlechtesten Haushaltslage der fortgeschrittenen Volkswirtschaften in ihre Präsidentschaftswahlen. Die Regierung Biden hat die Wirtschaft mit massiven Steuerausgaben angekurbelt. Das war wohl die wichtigste Triebfeder für die Outperformance der US-Wirtschaft gegenüber dem Rest der Welt in den letzten Jahren. Mit Blick auf eine heiß umkämpfte Wahl wird sich diese Dynamik nicht ändern. Für die Anleger bedeutet das, dass die US-Wirtschaft im Laufe des Jahres weiterhin durch Staatsausgaben gestützt wird. Dies wird das Fortbestehen der Dienstleistungsinflation trotz des Straffungszyklus der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) weiter fördern.

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