Als CVC den Rennsport verkaufte, hatten sie aus zwei Milliarden US-Dollar acht gemacht. In nur elf Jahren. Die Formel 1, einst maßlos unter Wert gehandelt, ging 2017 an Liberty Media und ist heute, im Juli 2026, rund 21 Milliarden wert. Für Svea Sturm ist das eine Blaupause. „Diese Steigerung von Sport, wenn man es clever anstellt, kann weiterhin erzielt werden“, sagt die Analystin vom Berliner Cape May Family Office.

Sturm kennt beide Seiten. Sie steht als Feldhockeyspielerin selbst regelmäßig auf dem Platz und schreibt nebenbei einen Newsletter darüber, wie die großen Private-Equity-Deals der Sportwelt zustande kommen. Ihre These klingt zunächst abstrakt, trifft aber einen Nerv: In einer Welt, in der Aufmerksamkeit beliebig produzierbar ist – Netflix auf Abruf, Musik und bald Filme aus der KI – bleibt Live-Sport eine der letzten Kategorien, die Millionen Menschen gleichzeitig sehen wollen. „Appointment Viewing“ nennt sie das. Ein Spiel schaut man jetzt, oder gar nicht.

Private Equity kaufe deshalb nicht einfach Clubs, sondern das letzte Monopol auf synchrone Aufmerksamkeit. Etwas, das keine KI ersetzen kann, solange keine Roboter auf dem Feld stehen.

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Die Zahlen dahinter sind schwindelerregend. Das Formel-1-Team Williams wurde 2020 für rund 200 Millionen von Dorilton Capital gekauft und wird heute mit über zwei Milliarden bewertet – und das fast ohne sportlichen Erfolg. Die Dallas Cowboys sind das wertvollste Sportteam der Welt und haben seit über 30 Jahren keinen Super Bowl gewonnen. Bei den NFL-Franchises stieg der Durchschnitt in zehn Jahren von zwei auf sieben Milliarden Dollar, einzelne liegen bei 13.

Doch genau hier warnt selbst die Branche. Der Redbird-Chef nannte die Bewertungen zuletzt „massively inflated“, und die Spätzünder seien immer die, die zuerst wieder rausrennen. Sturm bleibt betont neutral: Der Cashflow wachse nicht so schnell wie die Bewertung mit. Und irgendwann hätten auch Amazon, Apple und ESPN nicht mehr das Geld, die Medienrechte immer weiter hochzubieten. "Sobald diese Medienrechte wegfallen oder nicht weiter steigen, wird das Franchise-Value auch nicht weitersteigen."

Ihr Gegenargument ist die Knappheit. In der NFL gibt es 32 Teams, in der Bundesliga 18, und niemand gründet einfach ein neues. Solange Superreiche und Fonds rein wollen, steigen die Preise.

Nur eine Wand steht bei alldem im Weg: der deutsche Fußball. Der DFL-Deal 2024 platzte. Für Sturm war das kein Kommunikationsproblem, eher ein fundamentaler Kulturkonflikt. Wie Kapital ganze Ligen umbaut, warum ausgerechnet Tennis das schwierigste Investment ist und wo Sturm für die nächsten zehn Jahre lieber ihr Geld sieht – NFL oder Bundesliga –, darüber spricht Svea Sturm im Podcast „For Professional Investors Only“.