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Nötiger Papierkram Wie eine Vollmacht für Versicherungen aussehen muss

Anwälte im Gespräch
Anwälte im Gespräch: Im Zweifelsfall kann vieles von der Vollmacht abhängen. | Foto: Pexels / Minerva Studio

Nicht nur in Sachen Versicherung: Fast immer sind Formulare und Auskünfte nötig. Doch was, wenn Sie diese selbst nicht ausfüllen können? Krank, im Ausland, zeitlich nicht verfügbar oder aus anderen Gründen? Eine Vollmacht für Versicherungen an eine vertraute Person hilft hier. Auch Verheiratete können sonst meist wenig bis nichts machen – gerade, wenn Gesundheitsdaten und Zahlungen eine Rolle spielen.

Für Krankenversicherung, Krankenkasse, Berufsunfähigkeit und andere Versicherungen

Wichtig, aber oft nicht bedacht, ist eine Vollmacht für Versicherungen. Wer hilft Ihnen im Schadenfall, gerade dann, wenn die Versicherung zahlen soll und muss? Wer unterstützt Sie bei Formularen und hat Zugriff auf Informationen und Rückfragen?

Jeder hat Versicherungsverträge, eine Krankenkasse, eine Rentenversicherung und weitere mehr. Dabei kann es sich um eine Personenversicherung wie die private Krankenversicherung (PKV), eine Absicherung bei Berufsunfähigkeit (BU) oder eine Unfallversicherung handeln. Ebenso gibt es eine Reihe von anderen Versicherungsverträgen, welche Ihnen eine Leistung im Schadenfall zusichern. Kaum jemand denkt jedoch an die Tatsache, wer die eigenen Angelegenheiten regeln kann oder mich im Notfall vertreten, falls ich nicht mehr dazu in der Lage bin.

Vollmacht für Versicherungen – so schnell wird die nötig

Ein aktuelles Beispiel eines meiner Kunden bringt mich zu der Frage, wie eine entsprechende Bevollmächtigung aussieht und warum sie sich unbedingt jetzt und gleich darüber Gedanken machen sollten. In der aktuellen Situation trat bei meinem Kunden plötzlich, mit noch nicht einmal 40 Jahren, ein Schlaganfall auf, welcher zu einem schweren Autounfall führte. Seit Wochen liegt er nun im Krankenhaus. Mittlerweile geht es ihm langsam wieder besser, aber Intensivstation und Operationen haben Spuren hinterlassen. Reha steht an, zu Hause muss vieles organisiert werden. Jetzt wurde seiner Freundin und jetzt auch ihm schnell ein großes Defizit bewusst.

Mit dem Aufenthalt im Krankenhaus stellte sich auch ein anderes, größeres Problem dar. Der Kunde lebt zwar mit seiner Freundin gemeinsam in einer Wohnung, ist aber für seine Angelegenheiten selbst verantwortlich. Als er plötzlich ins Krankenhaus kam, ergab sich für die Krankenversicherung und deren Abwicklung ein kurzfristiges Problem. Die Post befand sich bei ihm zu Hause, diese konnte er sich irgendwann durch die Freundin mitbringen lassen. Aber so richtig reagieren und gar telefonieren und sich um Sachen kümmern konnte und kann er derzeit nicht. Schon simple Fragen und eine Rückfrage zu einer Erstattung der Behandlungsrechnungen brachten das Problem ans Tageslicht. Die Freundin wollte gern helfen und diese Aufgabe für ihn übernehmen.