Stefan Ferstl, Vorstand und Fondsmanager bei Ariqon

Stefan Ferstl, Vorstand und Fondsmanager bei Ariqon

Systematisch zum Erfolg

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Eins treibt Kapitalmarktakteuren derzeit den Schweiß auf die Stirn: Die Sorge, dass die US-Notenbank Fed ihre quantitativen Lockerungsmaßnahmen bald beendet. Zwei, die dem entspannt entgegensehen, sind Stefan Ferstl und Michael Hanak, Vorstände der österreichischen Vermögensverwaltung Ariqon.

„Wir können mit unserem Renten- Dachfonds Ariqon Konservativ auf alle Anleihesektoren weltweit setzen. Dadurch können wir uns als aktive Fondsmanager in allen Marktphasen so positionieren, dass wir profitieren – auch bei einem Zinsanstieg.“ Ferstl nennt das „Unconstrained Bond-Management“.

Dies ist derzeit der Schlüssel zum Erfolg. Denn im schlimmsten Fall können er und sein Kollege die Investitionsquote auch auf null herunterfahren. Dass sie den Zeitpunkt für einen notwendigen Ausstieg aus dem Markt nicht verpassen, dafür sorgt ihr computergestütztes Modell.

Bytes statt Bauch


Bytes statt Bauch, so lässt sich die Anlagephilosophie von Ariqon umschreiben. „Wir halten uns genau daran, was unser System sagt, und greifen nicht ein“ sagt Ferstl. Etwas, was nicht immer einfach ist. Aber Hanak und er halten das durch. Kein Wunder: Seit Auflage 2004 hat der Fonds schließlich rund 5,5 Prozent Ertrag gebracht – pro Jahr. Dabei lagen die Kursschwankungen im Schnitt bei unter 3 Prozent pro Jahr.

Der Investmentprozess besteht aus drei Stufen. In den ersten beiden Schritten führt das computergestützte Modell eine absolute und eine relative Trendanalyse der einzelnen Anleihesektoren und der Rentenfonds durch.

Aktives Risikomanagement

Dazu kommt im dritten Schritt das Setzen von Stopp-Loss-Kursen. „Das ist für uns entscheidend, da wir so größere Verluste und Wertschwankungen vermeiden“, so der Ariqon-Vorstand. Die Zielmarke für Verluste liegt bei maximal 3 Prozent. Gerade die engen Stopp-Loss-Kurse ermöglichen es Hanak und Ferstl, auch in risikoreicheren Anlagen wie Emerging-Market-Bonds oder hochverzinslichen Anleihen größere Positionen einzugehen.

Aktuell haben sie zudem Absolute- Return-Fonds im Portfolio. „Dort sind Fonds enthalten, die ihre Duration auf null oder in negatives Terrain absenken können“, sagt Ferstl. Eine Art Lebensversicherung für ein Marktumfeld mit steigenden Zinsen. So können Hanak und Ferstl gelassen bleiben. Mehr zum Thema Fondsboutiquen erfahren in unserem Flipbook.

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