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in FondsLesedauer: 7 Minuten

Finanzberater erläutert Wie Investoren mit Szenario-Analysen bessere Entscheidungen treffen können

Paar am Strand.
Ein Paar am Strand: Anhand eines Praxisfalls erklärt CFP und MLP-Berater Michael Engler, wie Szenario-Analysen dabei helfen können, die Folgen von Entscheidungen zu beurteilen. | Foto: Imago Images / Robertharding

Meine Kunden sind 40 und 41 Jahre alt und haben einen achtjährigen Sohn. Sie haben aktuell ein gemeinsames monatliches Nettoeinkommen von 7.500 Euro. Es gibt eine selbstgenutzte Eigentumswohnung mit Darlehensrate und Nebenkosten. Im Jahr 2012 haben die Kunden eine Sparrate von insgesamt 1.500 Euro pro Monat zur Verfügung gestellt, wovon 750 Euro in die fondsgebundene Altersvorsorge mit staatlichen Förderungen und 750 Euro in ein Fondsdepot investiert werden. Die Altersvorsorge wird mit Renteneintritt als monatliche lebenslange Rente ausgezahlt und das Fondsdepot ist flexibel und kann jederzeit be- und entspart werden.

Wir nehmen in der Planung an, dass die Kunden die 750 Euro bis zum Rentenbeginn im Jahr 2047 einzahlen und danach jährlich rund 25.000 Euro aus dem Fondsdepot entnehmen. Ab einem Alter von 18 Jahren werden dem Sohn sechs Jahre lang monatlich 700 Euro für die Ausbildung zur Verfügung gestellt. Der Lebensstandard außerhalb von Wohnen und Sparen beträgt 4.000 Euro pro Monat und soll lebenslang in heutiger Kaufkraft zur Verfügung stehen. Mit der aktuellen Planung wäre das liquide Vermögen im Jahr 2072 aufgebraucht.

Annahmen für die Zukunft und Status quo

Die Inflation wurde damals mit 2 Prozent angesetzt und wirkt auf Wohnnebenkosten und Lebensstandard. Die Rendite des Fondsdepots beträgt im Durchschnitt 5 Prozent pro Jahr und die der fondsgebundenen Vorsorgeverträge 4 Prozent. Wir haben weiterhin eine Gehaltssteigerung von 5 beziehungsweise 2 Prozent alle zwei Jahre unterstellt. Dem Prinzip des vorsichtigen Kaufmanns folgend, wurden sämtliche Bonuszahlungen außenvorgelassen und auch keine Wertsteigerung der Immobilie angenommen.

 

 

Anhand dieser Finanzplanung und den Prognosen lässt sich der Saldo aus Vermögen, Verbindlichkeiten und Kontostand für verschiedene Jahre als Übersicht errechnen, die sich zum Szenarien-Vergleich anbietet. Es geht bei den Darstellungen nicht um Genauigkeit, sondern um eine seriöse Prognose. Die Zeit glättet Ausreißer bei Renditen und Inflation, sodass man gut mit den durchschnittlichen Steigerungsraten rechnen kann. Ausgehend vom Status quo arbeite ich mit verschiedenen Szenarien: Die Annahmen und Zahlungsströme werden in Varianten verändert und dem Status quo gegenübergestellt.

So kann besonders über den längeren Zeitverlauf gezeigt werden, wie kleine Entscheidungen große Auswirkungen haben können. Je nach Beispiel ergibt es Sinn, folgende Punkte zu betrachten: das Vermögen zum Ende des Investitionszeitraumes, das Vermögen zum Renteneintritt und der Zeitpunkt, zu dem das liquide Vermögen aufgebraucht ist. Das liquide Vermögen ist dann aufgebraucht, wenn ein Restbetrag von 400.000 Euro erreicht ist, da dieser die Immobilie darstellt und deren Verkauf nicht gewünscht ist.

Szenario 1: „Ich will meine Schulden tilgen“ – Restschuld mit neuem Darlehen oder Fondsdepot

Die Kunden haben 2014 eine selbstgenutzte Wohnung gekauft und dafür ein Darlehen über 300.000 Euro aufgenommen. Mit der aktuellen Rate wird im Jahr 2024 eine Restschuld von 133.000 Euro fällig. Das parallel angesparte Fondsdepot ist für die Ablösung dieser Restschuld eingeplant und voraussichtlich auch ausreichend. Was passiert aber, wenn man das Depot bestehen lässt und ein neues Darlehen in Höhe der Restschuld über die nächsten zehn Jahre bei einem angenommenen Zins von 2 Prozent aufnimmt? Der Szenarien-Vergleich liefert folgendes Ergebnis:

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