T. Rowe Price-Portfoliomanager Archibald Ciganer Japanische Bankenaktien sind nicht ohne Grund günstig

Archibald Ciganer, Manager des T. Rowe Price Japanese Equity Fund. | © T. Rowe Price

Archibald Ciganer, Manager des T. Rowe Price Japanese Equity Fund. Foto: T. Rowe Price

Japanische Banken bewegen sich momentan auf dem niedrigsten Bewertungsniveau seit mehr als einem Jahrzehnt. Der Investmentthese folgend, dass sich jede Verbesserung des japanischen Zinsumfeldes exponentiell im Aktienpreis widerspiegeln wird, sind Investoren versucht im Bankensektor aktiv zu werden. Die niedrigen Bewertungen wirken verlockend, doch zentrale Probleme bleiben bestehen. Diese sollten von Anlegern verstärkt unter die Lupe genommen werden. Im Gegensatz zu anderen Branchen entsprechen die niedrigen Bewertungen durchaus den Herausforderungen, vor denen die Unternehmen stehen. Insbesondere die Übersättigung des Marktes und der demographische Wandel fordern die Banken heraus.

Ultra-lockere Geldpolitik schwächt japanische Banken

Die ultra-lockere Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ) hat für die Banken ein schwieriges Umfeld geschaffen. Gewinne sind darin nur schwer zu erzielen. Die Erhöhung der Geldmenge und negative Zinssätze haben sich essenziell auf die Erträge der japanischen Banken ausgewirkt. Traditionell haben Geschäftsbanken ihr Geld sowohl mit den Zinsen, die sie auf Kundenkredite erhalten haben, als auch mit den Zinsen auf Bargeldbestände in kurzfristigen Einlagen verdient. Beide Standbeine hat die japanische Zentralbank mit ihrer ultra-lockeren Geldpolitik stark geschwächt.

Die expansive Geldpolitik, mit der die Zentralbank enorme Mengen an Staatsanleihen aufgekauft hat, dämpft seit 2013 die Renditen langfristiger Anleihen. Für Banken bedeutet das einen stetigen Rückgang der Erträge aus dem Kreditgeschäft. Hinzu kommt, dass fällige Anleihen durch solche mit niedrigerer Rendite ersetzt wurden. Aus diesem Grund fallen auch die Zinsen konstant, die die Geldhäuser für Kundenkredite nehmen. Verstärkt wird diese Entwicklung durch eine geringere Kreditnachfrage kapitalstarker Unternehmen und eine alternde Bevölkerung.