Ulrich Harmssen, Fondsexperte des Maklerverbunds Apella: „Anleger sind durch das ständige Hin und Her in den inhaltlichen Äußerungen der US-Notenbanker verunsichert

Ulrich Harmssen, Fondsexperte des Maklerverbunds Apella: „Anleger sind durch das ständige Hin und Her in den inhaltlichen Äußerungen der US-Notenbanker verunsichert".

Täglicher Marktkommentar

Ein ständiges Hin und Her

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Ölpreis unter Druck

Wieder einmal regiert heute an den europäischen Aktienbörsen die Entwicklung des Ölpreises. Nachdem dieser sich in den letzten Wochen nicht nur stabilisiert, sondern auch von seinem Tief deutlich hat zulegen können, geht es heute kräftig nach unten. Aktuell (15:44) verliert die Sorte Brent gegenüber gestern 2,27 Prozent.

Vorstellbar ist, dass die gestrige Meldung, in den USA seien die Ölvorräte unerwartet drastisch gestiegen, den Ölpreis heute unter Druck bringt.

Hin und Her bei der Fed

Die europäischen Aktienbörsen jedenfalls legen heute den Rückwärtsgang ein; so liegt der Dax – gestern noch bei über 10.000 Punkten – inzwischen bei „nur noch“ 9.860 Punkten.

Vielleicht hat aber auch die gestrige Aussage des US-Notenbankers James Bullard heute negativ die Märkte in Europa beeinflusst; Bullard sprach gestern von einer zeitnahen Fortsetzung der „Zinswende“ in den USA.

Ich kann mir vorstellen, dass Anleger weniger Angst vor einem weiteren Zinsschritt der Fed haben, als vielmehr deutlich verunsichert sind durch das ständige Hin und Her in den inhaltlichen Äußerungen der US-Notenbanker; noch in der vergangenen Woche hatten diese ein behutsames Vorgehen bei der „Zinswende“ signalisiert. So jedenfalls schafft man kein Vertrauen und schon gar nicht Planungssicherheit bei Investoren...

Der US-Dollar profitiert und legt gegenüber dem Euro – wie schon gestern – leicht zu.

Ungewissheit in Großbritannien

Auffällige Bewegungen am Devisenmarkt gab es heute auch beim Britischen Pfund, das gegenüber Euro und US-Dollar gleichermaßen zulegen konnte und dabei auf überraschend gute Daten zum Einzelhandel in Großbritannien reagierte. Das ändert allerdings wenig an der schon länger anhaltenden Schwäche des Britischen Pfund gegenüber dem Dollar und dem Euro. So ist allein der Euro seit Jahresanfang um knapp 8 Prozent gegenüber dem Britischen Pfund gestiegen. Solange der Ausgang des Referendums zum möglichen Austritt aus der EU in Großbritannien völlig ungewiss ist, dürfte sich an der Schwäche des Pfund erst einmal wenig ändern...

Mit der relativen Stärke des Dollars steht auch der Goldpreis wieder unter Druck und notierte im Tief heute morgen bei 1.215 US-Dollar je Unze...

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