Die Targobank bringt demnächst ihren Neobroker „Joe Broker“ auf den Markt. Die mobile Brokerage-App richtet sich nach Angaben des Unternehmens an digital-affine Kunden sowie an Einsteiger im Wertpapierhandel.

Die Plattform soll Zugang zu über 800.000 Finanzinstrumenten bieten, darunter Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen und Derivate. Kunden können an fünf deutschen Börsenplätzen handeln: Gettex, Xetra, Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart. Zusätzlich stehen zwei spezialisierte Zertifikate-Partner zur Verfügung: Société Générale und J.P. Morgan.

„Joe Broker“ verzichtet vollständig auf Zuwendungen aus Payment for Order Flow (PFOF). Diese Entscheidung soll das Gebührenmodell auch nach dem EU-weiten PFOF-Verbot im Juni 2026 stabilisieren. Neben dem Handel bietet die App redaktionelle Inhalte, Investment-Stories und Echtzeit-Marktdaten.

Technische Umsetzung und Partnerschaften

Die Targobank fungiert als Abschlussvermittler, während die Baader Bank den Wertpapierhandel sowie die Konto- und Depotführung übernimmt. Diese Arbeitsteilung entspricht dem etablierten Modell im deutschen Neobroker-Markt.

„Mit der neuen Plattform richten wir uns gezielt an Kundinnen und Kunden, die sich flexible sowie digitale Lösungen wünschen“, erklärte Christophe Jéhan, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Targobank.

Der Launch ist Teil der Transformation der Targobank zur Universalbank. Das Institut hat in den vergangenen Jahren bereits verschiedene Geschäftsfelder aufgebaut: 2015 wurde Autobank gestartet, das Firmenkundengeschäft ausgebaut und Versicherungsangebote über die ACM Deutschland ergänzt. Die geplante Akquisition der Oldenburgischen Landesbank soll diesen Kurs beschleunigen.

 

Die Targobank betreut derzeit 3,8 Millionen Privat-, Geschäfts- und Firmenkunden und betreibt rund 340 Standorte in mehr als 250 deutschen Städten.

Die Konkurrenz ist bereits stark

Der deutsche Neobroker-Markt ist von etablierten Anbietern wie Trade Republic, Scalable Capital und anderen geprägt. Diese haben in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Kunden gewonnen und den Markt für kostengünstigen Online-Wertpapierhandel etabliert. Trade Republic meldete im Januar, dass das Unternehmen ein Vermögen von über 100 Milliarden Euro von 8 Millionen Kunden verwaltet. Das Münchener Fintech Scalable Capital wiederum hat im Juni eine Finanzierungsrunde über 155 Millionen Euro abgeschlossen.