Hannah Ritzmann

Umfrage von Taxfix Frauen haben häufiger finanzielle Sorgen als Männer – drei Tipps, um gegenzusteuern

Frauen, Geld und Risse in der Arbeitswelt
Frauen, Geld und Risse in der Arbeitswelt: Frauen ziehen im Beruf häufiger den Kürzeren im Vergleich zu Männern, zeigt eine aktuelle Umfrage von Taxfix.
© Jessica Hunold und Hannah Ritzmann mit Canva

Frauen fühlen sich häufiger finanziell gestresst, als Männer. Zu dem Ergebnis kommt eine Umfrage der Steuerplattform Taxfix. Während 46 Prozent der befragten Frauen ihr Wissen in Finanz- und Geldfragen als gut einstufen – sind es bei den Männern 61 Prozent. Als schlecht bewerten 17 Prozent der Studienteilnehmerinnen ihre Finanzkenntnisse.

Von den befragten Frauen haben 38 Prozent Probleme ihre Lebenshaltungskosten zu bestreiten. Auch Männer sind nicht sorgenfrei: Jedoch betrifft das Problem lediglich 27 Prozent.

Vor allem Frauen zwischen 35 und 44 Jahren stecken in finanziellen Schwierigkeiten

Frauen scheinen über alle Altersklassen hinweg häufiger finanzielle Probleme im Alltag zu haben, als Männer. Dabei auffällig: Nur ein Viertel der Frauen sagt, dass sie keine Probleme beim Bestreiten ihrer Alltagskosten im vergangenen Halbjahr hatte. Diesbezüglich unbesorgt zeigt sich immerhin jeder dritte männliche Studienteilnehmer, also 35 Prozent.

Besonders in Schwierigkeiten: Frauen zwischen 35 bis 44 Jahren. In dieser Altersgruppe hat fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) Schwierigkeiten, die Alltagsausgaben zu decken. Jede zweite Frau zwischen 25 und 55 Jahren in Teilzeit oder als Hausfrau sagt, dass sie Geldprobleme hat.

Auch im Alter sieht es bei den Frauen nicht besser aus: Bei den über 55-jährigen Studienteilnehmerinnen, die langsam aus dem Erwerbsleben ausscheiden, haben 41 Prozent finanzielle Schwierigkeiten ihre Alltagskosten zu bestreiten und nur 18 Prozent haben keine.

Zudem zeigt die Umfrage, dass Frauen in der Arbeitswelt häufiger den Kürzeren ziehen: Denn Arbeitnehmerinnen mussten fast doppelt so häufig (7 Prozent) Gehaltseinbußen in diesem Jahr hinnehmen als Arbeitnehmer (4 Prozent).

 

Drei Tipps der Taxfix-Expertinnen und -Experten, um Gender Gaps zu reduzieren

Die Taxfix-Expertinnen und -Experten geben drei Tipps, die Frauen dabei helfen können, dem Geschlechtergefälle entgegenzuwirken:

1. Gender Pension Gap: Finanzwissen stärken und handeln

„Das Gender Pension Gap lag 2021 bei 29,9 Prozent – ohne die Hinterbliebenenrenten wären es sogar 42,6 Prozent. Der einzige Ausweg für Frauen ist zusätzliche Altersvorsorge und rentable Investments – von jungen Jahren an. Dafür braucht es generell ein gutes Finanzwissen.“

>> Hier kannst du mehr zum Gender Pension Gap erfahren

>> Du willst dein Wissen aufstocken? Dann hör dir unsere Podcast-Folge: „Ausgesorgt oder Altersarmut? So liest du deinen Rentenbescheid richtig!“ an.

>> Du bist schon weiter und brauchst Investmenttipps? Hier gibt Katharina Brunsendorf, Leiterin der Initiative Finanz-Heldinnen, Einblicke

2. Gender Pay Gap: Den eigenen Wert erkennen und besser verhandeln

„Alles startet mit dem Einkommen: Das Gender Pay Gap – also die Gehaltsschere zwischen Mann und Frau – beträgt in Deutschland 18 Prozent. Die Ursachen hierfür sind mannigfaltig, aber selbst bereinigt klafft noch immer eine Lücke von 7 Prozent, die Frauen für gleiche Tätigkeit weniger verdienen. Indikatoren sind aber auch die hohe Teilzeitquote bei Frauen (47,4 Prozent), vor allem bei Müttern (63,6 Prozent).“

>> Du brauchst Hilfe bei der Gehlatsverhandlung? Hier wirst du fündig!

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3. Lifetime Earnings Gap und Motherhood Penalty: Partnerschaftlich regeln

„Der Gender Lifetime Earnings Gap macht darauf aufmerksam, dass Frauen nur in etwa die Hälfte des Erwerbseinkommens von Männern erhalten. Auf das Erwerbsleben betrachtet, erzielen Frauen laut Bertelsmann-Stiftung rund 660.000 Euro, Männer knapp 1,1 Millionen Euro. Kommt ein Kind noch ins Spiel, spüren Mütter die Auswirkungen von Elternschaft in Form einer Motherhood Penalty deutlich. Bei Frauen mit einem Kind reduziert sich das Lebenseinkommen um rund 40 Prozent gegenüber kinderlosen Frauen. Mütter von drei und mehr Kindern büßen fast 70 Prozent ein. Laut Statischem Bundesamt beziehen nur gut ein Viertel der Väter (26 Prozent) Elterngeld und nehmen im Schnitt 3,6 Monate Elternzeit. Frauen erhalten durchschnittlich 14,6 Monate Elterngeld. Daher sollten Paare Entscheidungen immer gemeinsam und fair treffen – selbst nach einer Trennung.“

>> Wie man in einer Partnerschaften, die Finanzen am besten regelt, erfährst du hier

>> Dabei auch interessant: Eine Dreifach-Mutter gibt Einblicke in ihre Karriere und ins Muttersein

Über die Umfrage: 

Für die Studie im Auftrag von Taxfix hat das Marktforschungsunternehmen Qualtrics eine repräsentative Stichprobe von 2.092 Personen in Deutschland – 1.082 Frauen & 1.010 Männer – im Alter ab 18 Jahren, die in der Vergangenheit eine Steuererklärung abgegeben haben, im Zeitraum von Juni bis Ende Juli 2023 befragt.

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