Tech is back

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(Quelle: DAS INVESTMENT) Das fulminante Börsendebut der Google-Aktie, die Hysterie um den I-Pod und das I-Phone von Apple und der Durchbruch von Navigationsgeräten – die positiven Schlagzeilen der globalen Technologiekonzerne im Laufe der vergangenen Jahre lassen sich auf einige wenige Highlights reduzieren. Ebenso die Entwicklung der entsprechenden Aktienkurse. In Zeiten, in denen das Wirtschaftswachstum Chinas einen Effekt auf die globalen Börsen hat wie der gleichnamige Silvester-Böller, ist die Durchschlagskraft der Technologieindustrie vergleichbar mit der einer Knallerbse. Fünf Jahre dauert die Rally an den internationalen Börsen schon; Aktien der großen Technologiewerte sind dabei deutlich schlechter als der breite Markt gelaufen.

Diese Entwicklung dürfte 2008 jedoch ein Ende haben. „Wir rechnen für die kommenden Jahre mit einer Outperformance der Branche“, erklärt Carsten Mumm, Leiter des Portfoliomanagements bei der Hamburger Donner Bank. Viele Gründe sprechen dafür. So dürften Technologieunternehmen unter anderem von tendenziell steigenden Preisen für Rohstoffe und Energie profitieren. Mumm: „Dadurch fokussieren sich Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe stärker auf die Steigerung ihrer Produktivität durch technischen Fortschritt und investieren in dieses Segment.“ Mit anderen Worten: Steigt der Strompreis, werden Computer und Maschinen gekauft, die weniger Energie verbrauchen.

Bei anderen Unternehmen wiederum haben die hohen Ausgaben für Energie und Rohstoffe zu einem Investitionsstau zu Lasten neuer Technologien geführt. Dieser Stau sollte sich 2008 in einen Schub umkehren. Zuletzt hellt sich die Nachfrage aus der Industrie und von privaten Konsumenten in vielen Bereichen auf. Die Nachfrage nach Personal Computern zog etwa im dritten Quartal 2007 um 17 Prozent an, so schätzte es jüngst das Marktforschungsunternehmen IDC.

Das verspricht auch für Halbleiter-Hersteller positive Folgen. Die Unternehmen freuen sich zudem über die steigende Nachfrage nach Mobiltelefonen, besonders solchen, die technologisch auf dem neuesten Stand sind. Wachstumspotenzial hat ebenfalls der Softwaresektor. Die Weiterentwicklung der Breitbandtechnologie macht das bequeme Speichern digitaler Daten via Internet zum Zukunftsmarkt. Der Branchendienst ITC prognostiziert bis 2011 ein jährliches Wachstum von 11 Prozent auf ein Volumen von 16,6 Milliarden US-Dollar.

Auch die Private-Banking-Abteilung der Commerzbank ist optimistisch. „Einstieg in Technologiewerte günstig“ überschreibt das Institut eine aktuelle Analyse. „In den kommenden Jahren wird es zu einer ausgeprägten Wiederbeschleunigung der Gewinne kommen“, sagt Gerrit Weber. Der Leiter des Private Bankings der Commerzbank rät jedoch ausschließlich zu Investitionen in entsprechende Fonds: „Die Branche ist sehr heterogen, und daher kann es zu sehr unterschiedlichen Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen kommen.“