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Vermögensverwalter warnt

Tech-Riesen droht Rückschlag

Seit einigen Jahren kennen die sogenannten FAANG-Aktien (Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Alphabet, früher Google) sowie Microsoft und Tesla-Aktien nur den Weg nach oben. Immer neue Sphären werden in Punkto Umsatz- und Gewinnwachstum sowie Bewertungen und Marktkapitalisierung erreicht. Geht es immer so weiter oder ist ein Crash wie in der Dotcom-Blase in den Jahren 2000/2001 möglich?

Theoretisch ist ein weiterer Anstieg möglich, sofern die Wachstumsraten bei Gewinn und Umsatz in den folgenden Jahren anhalten. Dies dürfte allerdings allein wegen der erreichten Unternehmensgrößen immer schwieriger, wenn nicht gar unmöglich werden. Anleger, die jetzt noch auf den fahrenden Zug aufspringen, könnten eine Enttäuschung erleben. Schließlich sind diese Aktien selbst dem Nasdaq-Index, obwohl sie mit einer enorm hohen Gewichtung enthalten sind, deutlich enteilt, wie nachfolgende Grafik zeigt.

Quelle: FV Frankfurter Vermögen

Die Fundamentalbewertungen sind mittlerweile außerordentlich hoch, wenn man alle Faktoren berücksichtigt. Einzig Alphabet ist im Vergleich noch moderat bewertet. Am US-Unternehmen Tesla, das im Jahr 2020 einen Umsatz von etwa 30 Milliarden US-Dollar erzielen wird, kann man die Überbewertung erkennen. Etwa 560 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung bedeuten beim aktuellen Kurs von knapp 600 US-Dollar das 18,6-fache des Umsatzes.

Der Gewinn von etwa einem US-Dollar pro Aktie für 2020 entspricht einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 560. Um diese Marktkapitalisierung zu rechtfertigen, müsste der Gewinn auf etwa 30 Milliarden US-Dollar pro Jahr steigen. Dies wäre wohl nur bei einem Umsatz von 500 Milliarden realistisch. Nur wenn der Umsatz jedes Jahr um enorme 33 Prozent per annum über die nächsten zehn Jahre steigen würde, wäre dies denkbar.

Alle namhaften PKW-Hersteller bringen in den kommenden Jahren eine breite Palette von Elektrofahrzeugen auf dem Markt, was den Wettbewerb anheizen und damit die Wachstumsraten sowie die Marge von Tesla deutlich abschmelzen lassen könnte. Selbst wenn aber das sehr unwahrscheinliche Umsatzwachstums-Szenario wahr werden sollte, dürfte der Aktienkurs in den kommenden zehn Jahren nicht steigen.

Ähnlich, wenngleich nicht ganz so drastisch, sieht es bei Amazon (KGV von knapp 100), Netflix (KGV von 80), Facebook (KGV von 32), Apple (KGV von 37) und Microsoft (KGV von 35) aus. Die Ähnlichkeit zum Vorfeld des Dotcom-Crashs aus dem Jahr 2000/2001 ist spürbar.

Aus den genannten Gründen ist zu befürchten, dass die FAANG-Aktien sowie Microsoft und Tesla mindestens im Vergleich zu allen bekannten Indizes erhebliche Rückgänge erleiden werden. Im vermögensverwaltenden Fonds der Frankfurter Vermögen, dem DUI Wertefinder (ISIN: DE000A0NEBA1), wurden Amazon, Apple und Alphabet im März-Crash gekauft und bis auf Alphabet vor kurzem verkauft.

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