Anti-Brexit-Demo in London. Foto: Getty Images

Anti-Brexit-Demo in London. Foto: Getty Images

Techfirmen warnen

Störung des Datenverkehrs nach Brexit möglich

Wenn Verbraucher in der EU online einkaufen, werden ihre Kreditkartendaten und andere persönliche Informationen häufig an riesige Datenzentren in Großbritannien übertragen. Telekom- und Technologiefirmen fordern nun von der britischen Regierung, bei den Brexit-Gesprächen auch auszuhandeln, dass die Internetgrenzen offen bleiben.

„Techfirmen und Betreiber von Datenzentren wollen Zusicherungen der Regierung, dass die Rechtssicherheit beim Datenaustausch zwischen Großbritannien und der EU bei den bevorstehenden Verhandlungen vorrangige Bedeutung hat“, sagte Charlotte Holloway, die bei TechUK für Brexit-Themen zuständig ist. Der Verband vertritt rund 900 Unternehmen, darunter BT Group, Vodafone Group und International Business Machines Corp.

In Großbritannien sind laut TechUK rund 500 Serverfarmen ansässig, die für knapp 43 Prozent der europäischen Datencenter-Kapazität in den vier größten digitalen Drehscheiben - Deutschland, Frankreich, die Niederlande und Großbritannien - stehen. Die Datenverarbeiter unterstützen einen Dienstleistungssektor, der 80 Prozent der britischen Wirtschaft repräsentiert.

Sollten die Datenschutzvorschriften nach einem Brexit voneinander abweichen, könnten die Betreiber von Rechenzentren in die EU umziehen müssen, um deren Vorschriften zu erfüllen. Zudem könnte es notwendig werden, dass die EU und Großbritannien eine separate Datenschutzvereinbarung aushandeln. Branchenvertreter bezeichnen das als Worst-Case-Szenario, weil es zu langwierigen juristischen Problemen mit Datenschutzaktivisten aus der EU führen könnte.

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