Technische Analyse

Gold könnte bis auf 1.400 Dollar steigen

Der Goldpreis hat sein Erholungspotenzial noch nicht ausgeschöpft und könnte seinen Anstieg bis 1.400 US-Dollar ausdehnen. Zu diesem Ergebnis kommen die technischen Analysten von Citi Futures, RBC Wealth Management. Auch die Commerzbank deutet die jüngste Entwicklung so, dass das Edelmetall einen Ausbruch geschafft hat.

Am 11. Februar hatten sich die Notierungen den zweiten Tag in Folge und erstmals seit Oktober über dem gleitenden 100-Tage-Durchschnitt etabliert. Zudem hat das Edelmetall seit dem 23. Januar konstant über dem 50-Tage-Durchschnitt gelegen. Diese Konstellation deutet nach Ansicht von Sterling Smith von Citi Futures in Chicago auf einen weiteren Anstieg von 8,5 Prozent bis Ende März hin.

Gold profitiert derzeit von den Turbulenzen in den Schwellenländern sowie von Anzeichen für eine schleppende Verbesserung des US-Arbeitsmarktes. „Die Stimmung scheint sich allmählich zu verbessern und Gold zieht Käufe an”, sagte der leitende Anlagestratege Michael Gayed von Pension Partners in New York.

Georg Gero, Vizepräsident von RBC Wealth Management, richtet den Blick auf die Zahl der offenen Kontrakte. Sollten sie steigen, wäre dies ein günstiges Signal. „Sobald sich wieder mehr Anleger dem Markt zuwenden, werden die Preise anziehen”, merkte Gero an. „Die Markttechnik deutet auf eine gewisse Stärke hin.” Am 4. Februar hatten die offenen Kontrakte mit 368.279 den niedrigsten Stand seit dem 4. Februar erreicht.

Christoph Geyer, technischer Analyst bei der Commerzbank in Frankfurt, spricht von einem gelungenen charttechnischen Ausbruch. „Die Abwärtstrendlinie konnte gebrochen werden und was viel wichtiger ist, der Widerstand im Bereich knapp unter 1.280 US-Dollar wurde überwunden”, schrieb Geyer in einer Studie vom Vortag. „Somit steht einem weiteren Anstieg derzeit nichts im Wege.” Als nächstes Ziel erachtet der Analyst „die obere Trendkanalbegrenzung des neuen kurzfristigen Aufwärtstrendkanals”, die bei knapp 1.320 Dollar verläuft.

Etwas vorsichtiger eingestellt ist Fondsmanager Walter Hellwig von BB&T Wealth Management in Birmingham. Trotz konstruktiver Ansätze hält er es für etwas früh, von einer Erholung zu sprechen. „Es muss wieder mehr Geld zurück in den Markt fließen, damit sich eine signifikante Veränderung für die Aussichten ergibt.”

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