Baki Irmak kommt aus der Welt der Digitalisierung. Er war einige Jahre in leitender Funktion für die DWS tätig, unter anderem als globaler Leiter des Digitalgeschäfts. Nun ist er bei Pyfore Capital Fondsadvisor für den am 15. März 2018 aufgelegten The Digital Leaders Fund (ISIN: DE000A2H7N24). Irmak sieht im digitalen Wandel eine der größten Investmentchancen unserer Zeit. Daher fokussiert er sich als Fondsberater auf Unternehmen, die diesen Wandel vorantreiben und die Gewinner der Digitalisierung sein werden.
Allerdings muss man hier betonen, dass es sich nicht um einen klassischen Technologie-Aktienfonds handelt. Zwar befinden sich Namen wie Nvidia und Meta im Portfolio, dazu gesellen sich aber auch Titel wie beispielsweise Kaspi, ein Kreditinstitut aus Kasachstan.
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Unabhängig davon, in welchem Sektor sich ein Unternehmen befindet: Wichtig ist, dass das Unternehmen mittels einer durchdachten Digitalisierungsstrategie auf die Zukunft perfekt vorbereitet ist. Letztendlich steht am Anfang des Anlageprozesses die Frage im Raum, wie zukunftssicher das Geschäftsmodell eines Unternehmens ist mit Blick auf das digitale Zeitalter.
Das Ziel und der Auswahlprozess
Als vorrangiges Ziel soll konstant der MSCI World geschlagen werden, wenngleich die Schwankungen im Vergleich dazu auch mal höher ausfallen können. Man setzt bei der Auswahl und Analyse der Titel zwar auf eine traditionelle fundamentale Aktienanalyse, allerdings sind allgemein bekannte Bewertungskennziffern wie KGV oder KBV nicht ganz so relevant. Denn diese Kennzahlen werden um Kennzahlen zur digitalen Performance („digitale Spur“) ergänzt, um bessere Ergebnisse zu erzielen.
Was es mit dieser digitalen Spur konkret auf sich hat, erläutert Irmak: „Wir messen unter anderem die Android und iOS App-Zahlen wie Downloads, Monthly Active User und weiteres. Wir schauen auch, ob die Downloads organisch gewonnen werden oder bezahlt sind. Wir messen Webseitenbesuche und analysieren auch da, ob bezahlt oder organisch.“ Auch die agile und offene Produktentwicklung sowie eine überdurchschnittliche Mitarbeiterzufriedenheit wird bei der Aktienauswahl berücksichtigt.
Drei Kategorien für in Frage kommende Unternehmen
Die in Frage kommenden Unternehmen kann man in drei Kategorien einteilen. Beginnen wir bei den „Digital Transformation Leaders“: Dabei handelt es sich um substanzstarke, am Markt bereits etablierte Firmen, die zügig einen sehr hohen digitalen Reifegrad erreichen und dabei sind, Mitbewerber hinter sich zu lassen.
Dann gibt es noch die „Digital Business Leaders“: Firmen aus dem digitalen Zeitalter, die ihre Industrie mit ganz neuen digitalen Geschäftsmodellen und Plattformen entscheidend verändern.
Und die Dritten im Bunde sind die „Digital Enabler“: IT-Firmen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen den digitalen Wandel erst ermöglichen. Um diese zu finden, bedienen sich die beiden einem hauseigenen proprietären Research und Plattformen/Quellen wie Similarweb, Sensor Tower, alternativen Researchdatenbanken und Kreditkartenauswertungen. Es handelt sich außerdem um einen datenorientierten diskretionären Bottom-up-Ansatz im Kontext der Digitalisierung.
Keine eng gesteckten Bandbreiten
Es gibt keine Richtgrößen, in welchen Gewichtungen die einzelnen Kategorien im Portfolio allokiert werden sollen. Der Ansatz ist ein reiner Stockpicking-Ansatz, das heißt, dass die Gewichtung das Ergebnis der Titelauswahl ist. Die Kategorien dienen dazu, zu erklären, dass breiter investiert wird als nur in Technologie.
„Die Erfahrung hat gezeigt, dass es nur wenigen Unternehmen geling, ein altes Geschäftsmodell im Kern für die neue Zeit fit zu machen. Netflix ist es gelungen, Disney gelingt es auch, BBVA ist ein gutes Beispiel“, sagt Irmak dazu. Die Kategorie Digital Transformation Leaders macht heute rund 10 Prozent aus, Digital Business Leaders etwa 55 und Digital Enabler etwa 35 Prozent.
Die Performance und das Portfolio
Das Stockpicking im Jahr 2023 war zwar erfolgreich, allerdings verhinderte eine Teilabsicherung des Portfolios ein besseres Ergebnis, und so schnitt der Fonds 2023 mit circa 15 Prozent wieder im Plus ab. Seit Jahresbeginn kann der Digital Leaders Fund um fast 40 Prozent zulegen, über die letzten zwölf Monate steht ein Plus in Höhe von rund 50 Prozent einer Volatilität von knapp 18 Prozent.
Im Portfolio (circa 63,8 Millionen Euro) befinden sich Titel wie beispielsweise Banco Bilbao Vizcaya Argentaria, Kaspi, Disney, Meta, Spotify, Nvidia, Hewlett Packard Enterprises oder auch Pure Storage.