Technologie Digitalisierung ist ein Muss, keine Zukunftsvision

Straßenszene in Peking: 90 Prozent aller in China verkauften Smartphones stammen von chinesischen Firmen. | © Getty Images

Straßenszene in Peking: 90 Prozent aller in China verkauften Smartphones stammen von chinesischen Firmen. Foto: Getty Images

Vor 20 Jahren befand sich die Welt schon einmal in einem Technologie-Hype. Und beim Blick auf die Entwicklung der Aktienkurse von Tech-Unternehmen fühlt sich so mancher an den damaligen Höhenflug erinnert. Heute sei die Situation allerdings eine ganz andere, meint Carsten Roemheld. „Was in den 1990er-Jahren noch die New Economy war, ist inzwischen einfach die Wirtschaft von heute. Anleger setzen nicht mehr auf eine hoffnungsvolle Zukunftsvision: Die Digitalisierung ist für jeden Wirtschaftsbereich ein Muss geworden“, so der Kapitalmarktstratege von Fidelity International. Die heutigen Technologiefirmen haben somit im Gegensatz zu damals eine Basis für nachhaltiges Wachstum.

Zwar hält er Tech-Aktien durchaus für hoch bewertet: „Sie sind jedoch weit entfernt von dem Niveau, das sie während der Dotcom-Ära erreichten.“ Zudem können die Unternehmen heute deutlich besser Geld verdienen, viele Dotcom-Firmen lieferten damals neben der Fantasie nur Verluste.

Im Vergleich zu früher ist der Tech-Sektor jetzt breiter aufgestellt und vielfältiger. Genaugenommen kommt in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung so gut wie keine Branche ohne Technologie aus und die Grenzen zwischen den Sektoren verschwimmen. „Die große Bandbreite der digitalen Technologien wurde zuletzt besonders deutlich, als der US-Index S&P 500 den neuen Sektor ,Kommunikationsdienstleistungen‘ erhielt. Netflix, Alphabet, Facebook und Twitter wanderten vom Technologiesektor in diesen neuen Sektor und gesellten sich dort zu Medien- und Telekomfirmen wie Disney und Verizon*“, erläutert Roemheld.

Drei Treiber: Big Data, KI und Roboter

Die neuen digitalen Technologien beschleunigen die Weiterentwicklung der Wirtschaft dramatisch. Großes Potenzial sieht Fidelity vor allem in drei Bereichen. Das ist erstens die Möglichkeit, unerschöpfliche Mengen an Daten zu sammeln, Stichwort Big Data. Unternehmen können dadurch ihre Kunden und deren Wünsche und Bedürfnisse viel besser erkennen. Allerdings reicht das alleinige Sammeln unstrukturierter Daten nicht aus. Sie müssen strukturiert, ausgewertet und interpretiert werden – um die Ergebnisse gewinnbringend zu nutzen.

Big Data ist die Basis für ein weiteres Gebiet mit enormem Wachstumspotenzial: die künstliche Intelligenz (KI). In vielen Branchen findet das maschinelle Lernen bereits Anwendung, zum Beispiel in der medizinischen Diagnostik, bei Alarmanlagen, im Verkehr oder in der Geldanlage. Verbraucher stehen einer Gartner-Umfrage zufolge der künstlichen Intelligenz besonders offen gegenüber, wenn sie dadurch Zeit oder Geld sparen können. KI-Technologien stehen zwar noch ganz am Anfang einer Entwicklung, doch jetzt gilt es die Weichen zu stellen. Fidelity sieht daher Unternehmen mit einer klaren KI-Strategie im Vorteil.

Schon länger am Markt zu beobachten sind Automatisierung und Robotik. Vor allem die Autoindustrie setzt auf automatisierte Produktionsabläufe und die Hilfe von Robotern. Die Anzahl der Industrieroboter steigt stetig, die meisten der Helferlein kommen in China zum Einsatz. Sie erledigen Aufgaben schneller und billiger als ihre menschlichen Kollegen, sie machen weniger Fehler und können rund um die Uhr arbeiten. Mittlerweile werden Roboter nicht mehr nur in der Industrie eingesetzt, sondern auch im Dienstleistungsbereich. Sie unterstützen Ärzte bei Operationen, helfen aber auch zum Beispiel als Saugroboter im Haushalt.

China: Kein Leben ohne Smartphone

Zu den führenden Nationen bei Technologie und Digitalisierung hat sich China in den vergangenen Jahren hinaufgearbeitet – und das Land will höher an die Spitze. „China hat diesen unglaublichen Ehrgeiz aufzuholen. Ich denke, es wird schwer, dagegen anzukommen“, sagt Jonathan Tseng, Technologie-Analyst bei Fidelity. Mit „China 2025“ hat die Regierung ein Milliarden schweres Förderprogramm für chinesische High-Tech-Unternehmen aufgelegt. Unterstützt werden vor allem Branchen, die bislang von ausländischen Unternehmen beherrscht werden. Tseng nennt als Beispiel die Halbleiterindustrie: „Die Hälfte aller Chips weltweit wird nach China importiert, um die gewaltige Nachfrage der heimischen Tech-Industrie zu befriedigen. Aber nur zehn Prozent der globalen Chip-Produktion findet im Inland statt. Das will die chinesische Regierung ändern.“

Bei der Smartphone-Produktion hat China schon aufgeholt. „Das Land zählt hier zu den Marktführern. Es gibt kaum einen Chinesen, der kein Smartphone besitzt – und anders als noch vor wenigen Jahren stammen heute 90 Prozent aller Smartphones in China von chinesischen Firmen“, so Tseng. Auch für die großen US-Tech-Konzerne wie Amazon, Alphabet oder Facebook hat China mit Baidu, Alibaba und Tencent* seine eigenen Pendants. Deren Angebote sind jedoch breiter gefächert und werden bedenkenlos im Arbeits- und Privatleben genutzt. Tseng: „Online leben hat in China eine völlig andere Dimension als bei uns. Die Chinesen machen mittlerweile faktisch alles über ihr Smartphone.“

* Die im Beitrag genannten Unternehmen dienen lediglich der Illustration des Themas und sind nicht als Anlageempfehlung gedacht. Ihre Nennung bedeutet nicht, dass sie als Position für unsere Portfolios in Frage kommen.

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