Daniel Roarty

Daniel Roarty

Technologieaktien: Auch Marktführer können schnell und tief fallen

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Ewige Innovation

Technologien entwickeln sich ständig weiter, aber alle paar Jahrzehnte beginnt eine völlige neue Ära. Die ersten mechanischen Rechenmaschinen wurden in den 1950ern durch Großrechner ersetzt, die in den 1980er Jahren ihrerseits von PCs abgelöst wurden. Grundlegende Veränderungen dieser Art sind für den Sektor typisch: Technologien entwickeln sich immer dann weiter, wenn ein bedeutender Fortschritt die Hoheit der bis dahin den Markt dominierenden Unternehmen stört. Die Folge davon ist, dass einst erfolgreiche Marktführer schnell zu den Gestrigen zählen.

Die Verlierer fallen tiefer und schneller, neue Gewinner übernehmen die Spitze und sorgen in vielen Bereichen für Überraschungen. Wir sehen jetzt den Beginn der Ära eines servicezentrierten Geschäftsmodells: Die Dienstleistungen sind weder von einer bestimmten Software noch von der Hardware abhängig, sondern können mit ganz unterschiedlichen Geräten wie Fernseher, Smartphone oder Tablet und bald sogar in Brillen und Uhren über einen onlinebasierten Service genutzt werden.

Die „kreative Zerstörung“ der bislang dominierenden Geschäftsmodelle kann das Anlegen in den Technologiesektor besonders schwierig machen – aber auch besonders erfolgreich, wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Besonders auffällig ist auch, dass sich die wichtigsten neuen Branchen wie Internet, IT-Dienste und Software über einen Zeitraum von zwölf Monaten insgesamt besser entwickelt haben als der MSCI World Index (siehe Abbildung).

Das Dilemma der Investoren

Die Auswahl der richtigen Unternehmen ist nach wie vor entscheidend in diesem Segment. Der Mechanismus der Innovationen, die einen etablierten Markt stören und die bis dahin dominierenden Unternehmen verdrängen, macht den Sektor für Investoren gleichermaßen interessant und kompliziert. Denn die Performance der Verdränger ist schlichtweg besser als die der Verdrängten. Ein erfahrenes Fondsmanagement zahlt sich hier besonders aus, da es durch seine Expertise neue Trends schnell identifizieren und das Portfolio entsprechend anpassen kann. Wichtig ist hier jedoch eine genaue Prüfung der jeweiligen Unternehmen im Hinblick auf deren Teilhabe an neuen Trends.

Denn für die bisher dominierenden Konzerne wie beispielsweise Microsoft oder Intel bedeutet das servicezentrierte Zukunftsmodell eine Gefahr, da ihr Geschäftsmodell auf anderen Voraussetzungen basiert. Wir halten daher Ausschau nach Unternehmen, die vom innovativen Fortschritt überproportional profitieren werden. Das sind zum Beispiel Onlinehändler wie Amazon, die dem stationären Handel immer mehr den Rang ablaufen. Oder Anbieter, die auf Software und Dienstleistungen aus der Cloud setzen, zum Beispiel Citrix Systems. Aber auch Anbieter, die das Outsourcen ganzer Geschäftsprozesse anbieten, wie beispielsweise Cognizant.

Vertrauen durch Bewährung

Neben diesen „Verdrängern“ sind aber auch generell solche Technologieunternehmen interessant, die sich bereits seit längerem auf dem Markt befinden und harte Konkurrenzkämpfe erfolgreich gemeistert haben. Zu diesen reiferen Playern zählen IBM mit seinem großen Kundenstamm in den Bereichen Consulting und Großrechner, SAP als Weltmarktführer bei Unternehmenssoftware oder Oracle als einer der weltweit größten Softwarehersteller.

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