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Schaltkreise auf einem Mikrochip: Durch die derzeit verstärkte Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen könnte sich die digitale Transformation beschleunigen. | © imago images / Panthermedia Foto: imago images / Panthermedia

Technologieaktien

Gestärkt aus der Krise

Im Zuge des nahezu globalen Shutdowns sind zurzeit die Sorgen über das Funktionieren der Lieferketten sehr groß. Da wesentliche Produktionskapazitäten in China und Asien angesiedelt sind, gibt es selbstverständlich auch Störungen der Lieferketten im Technologiesektor.

Vor allem in China haben wir eine erhebliche Unterbrechung der Lieferketten erlebt, da die chinesische Regierung und die Unternehmen dort massive Beschränkungen ihrer Produktion und natürlich auch des täglichen Lebens umgesetzt haben – bis hin zur kompletten Abriegelung ganzer Regionen und einer strengen Quarantäne der Bevölkerung. Aber ermutigend ist, dass nach dem Abebben der Infektionsraten viele chinesische Angestellte und Arbeiter jetzt wieder arbeiten gehen können. Die Produktion kommt langsam wieder in Gang, und wir sehen sogar, dass die wirtschaftliche Aktivität insgesamt in China wieder zunimmt, weil die Menschen ihr normales tägliches Leben wieder aufnehmen können.

Auf der Nachfrageseite gibt es zudem ein wirklich wichtiges Signal für viele der börsennotierten chinesischen Unternehmen, die aus dieser jüngsten Krise, mit der sie konfrontiert waren, trotzdem erheblichen Nutzen gezogen haben: Die E-Commerce-Anbieter haben sich alle gut geschlagen. Viele Anbieter von Videokonferenzen stehen gut da. Einige Online-Glücksspielunternehmen und Bildungsanbieter haben sich gut positioniert.

Nachfrage nach digitalen Dienstleistungen steigt

In den USA werden wir vermutlich ähnliche Entwicklungen wahrnehmen können, wenn die aktuellen Restriktionen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft wieder aufgehoben werden. Tatsächlich stellen wir bereits jetzt fest, dass die Nachfrage nach all diesen Dienstleistungen auch in den USA und in Europa sehr stark zunimmt, da wir eine deutliche Ausweitung der Home-Office-Tätigkeiten, der Bildung und Ausbildung sowie der Gesundheitsvorsorge von zu Hause aus beobachten können.

Und natürlich wird der elektronische Handel wirklich weltweit viel besser von den Konsumenten angenommen als noch vor einigen Monaten. Es gibt eine große Zahl von Verbrauchern und Arbeitnehmern, die sich mittlerweile mit diesen neuen Technologien und Dienstleistungen intensiv auseinandersetzen. Diese Wirtschaftsbereiche dürften zu Schlüsselsektoren der Zukunft werden und sich recht gut entwickeln.

Seit dem Ende der Krise 2008/2009 haben wir gesunde Margen und Cashflows im Technologiesektor gesehen. Damals waren die Technologie- und Kommunikationsdienste der dritt- und viertprofitabelste Teilsektor des S&P 500. Bei den Bilanzen lagen die Technologie- und Kommunikationsdienste an zweiter und dritter Stelle, wobei die Informationstechnologie einen sehr hohen positiven Nettobarbetrag auswies.

Disruption sorgt für hohe Umsätze

Aber die Investitionen im B2B-Bereich sind im Vergleich sehr langsam gestiegen. Technologieprojekte wurden oft sogar vorübergehend verlangsamt. Glücklicherweise können die Unternehmen nun ihre Kostenstruktur etwas flexibler gestalten. Das wird dazu beitragen, den Cashflow und ihre Cash-Positionen zu schützen.

Die B2C-Unternehmen haben dagegen sehr hohe Fixkosten, weil sie für ihren Umsatz stark auf Werbung angewiesen sind. Konsumentenorientierte Unternehmen registrieren derzeit eine verstärkte Nachfrage nach E-Commerce-Dienstleistungen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sowohl die B2B- als auch die B2C-Technologieunternehmen einen Neustart der Trends erleben werden, über die wir seit langem im Zusammenhang mit der digitalen Transformation gesprochen haben. Diese Unternehmen werden also genauso gesund aus der Krise kommen, wie sie in sie hineingegangen sind.

Die aktuellen Aktienbewertungen sind von ihren Allzeit-Hochs Anfang Februar zurückgekommen. Der Technologiesektor war während der Abwärtsbewegung der vergangenen Wochen ein relativer Outperformer. Aber die Branche ist im Vergleich zur Situation vor zehn Jahren sicher nicht billig; die Anleger rund um die Welt wissen um die disruptive Kraft des Sektors, die hohe Umsätze generiert.

Gute Chancen in allen Sektoren

Die Zusammensetzung des Informationstechnologiesektors hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert. Die Branche ist viel weniger zyklisch und viel weniger abhängig von Hardware und nicht wiederkehrenden Einnahmequellen und viel mehr auf wiederkehrende Umsätze und Software ausgerichtet.

Entsprechend haben sich auch die Bewertungen im Vergleich zur Jahrtausendwende verändert, als wir mitten in der Internetblase und dem Ausverkauf von Telekommunikationsausrüstung steckten. Auf einer 12-Monats-Basis sind wir heute noch lange nicht auf diesen Bewertungsniveaus. In Prognosen über die kommenden ein bis zwei Jahre finden wir viele der qualitativ hochwertigsten Wachstumsunternehmen wirklich schon auf das abgezinst, was ihr langfristiger fairer Wert ist. Und so ergeben sich im Moment gute Möglichkeiten in allen Technologiesektoren.

In der aktuellen Pandemie-Krise hat sich gezeigt, dass die Technologie ein probates Mittel ist, um mit vielen der Herausforderungen umzugehen, die diese Krise ausgelöst hat. Was die soziale Distanzierung der Menschen betrifft, so helfen einige der sozialen Plattformen den Menschen, wieder miteinander in Kontakt zu kommen. Die Work-from-home-Technologie hat es den Menschen ermöglicht, weiter zu arbeiten und mit ihren Kollegen in Kontakt zu bleiben.

Viele Bereiche des Technologiesektors – digitale Transformation, Cloud Computing, Cyber-Sicherheit, digitale Zahlungen, E-Commerce – werden kräftig angeschoben, weil Unternehmen, Mitarbeiter und Verbraucher jetzt den vertrauten, routinierten Umgang mit diesen Technologien lernen.

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