Norman Boersma übernahm im März den Templeton<br/>Growth von Cindy Sweeting

Norman Boersma übernahm im März den Templeton
Growth von Cindy Sweeting

Templeton Growth: Der Champion und seine Herausforderer

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Der Champion: Templeton Growth (Euro)

33 Jahre John Templeton, 14 Jahre Mark Holowesko, sieben Jahre Murdo Murchison, drei Jahre Cindy Sweeting – diese Rechnung kennt jeder, der sich in den vergangenen Monaten etwas intensiver mit dem einstigen Aushängeschild der US-Gesellschaft Franklin Templeton beschäftigt hat.

Setzt sich die Reihe fort, wäre für den Anfang März angetretenen Sweeting-Nachfolger Norman Boersma schon im Herbst 2012 wieder Schluss. Dass es so kommt, erwartet wohl niemand ernsthaft.

Gleiches gilt jedoch für das gegenteilige Extrem – dass nämlich Boersma noch einmal an die alten Glanzzeiten des Klassikers anknüpfen kann. Zu groß scheint inzwischen das Volumen, zu träge der Anlageprozess und zu gering die Bereitschaft, ähnlich wie Templeton oder auch Holowesko die Barreserve in Phasen überteuerter Aktienmärkte als strategisches Instrument einzusetzen.

Immerhin: Seit dem jüngsten Managerwechsel gehört der Templeton Growth wieder zum oberen Fünftel seiner Vergleichsgruppe – unter anderem wegen seines Übergewichts bei europäischen Aktien.



Herausforderer Nummer 1: CS Equity Global Value

Gregor Trachsel hat dieselbe Universität besucht wie Warren Buffett – und folgt in seiner täglichen Arbeit ganz ähnlichen Regeln wie der US-Star-Investor. Aufgestellt hat sie zum großen Teil Buffetts Lehrmeister Benjamin Graham, der als einer der Begründer des Value-Investing gilt.

Zusammen mit seinem Co-Manager Sven Sommer konzentriert sich Trachsel folglich auf zumeist eher wenig bekannte Firmen, deren Börsenwert 40 bis 50 Prozent unter dem errechneten Unternehmenswert liegt.

Konjunkturdaten und gesamtwirtschaftliche Trends spielen dagegen keine Rolle. Aus dieser Haltung resultiert auch der seit geraumer Zeit sehr hohe Japan-Anteil des CS Equity Global Value, der im März kurzfristig für Turbulenzen sorgte.

Vor ihrem Wechsel zu Credit Suisse im Frühjahr 2008 arbeiteten Trachsel und Sommer für die Hamburger Privatbank M.M. Warburg, für deren Ende 2004 unter ihrer Regie aufgelegten und ähnlich erfolgreichen Warburg Value Fund sie weiter als Berater tätig sind.

Herausforderer Nummer 2: Nielsen Global Value

Für Ole Nielsen spricht seine 24jährige Erfahrung als Value-Investor: Alte Fahrensleute der Branche kennen den ebenfalls stark an den Lehren von Benjamin Graham orientierten Dänen noch als Manager des Anfang der 90er Jahre sehr erfolgreichen Frontrunner European Equities, später verhilft er dem Sparinvest Global Value zu einem guten Start.

Weil er sich nach dem Sprung in die Selbstständigkeit darüber ärgert, dass ein Aktienfonds in seiner Heimat maximal 20 Prozent Barreserve halten darf, gründet er Ende 2008 den auch in Deutschland erhältlichen Luxemburg-Ableger Nielsen Global Value.

Der in der Regel auf weniger als 20 Einzelpositionen fokussierte Neuling macht seit dem Beginn der Anfang 2009 einsetzenden Erholung einen eher blassen Eindruck – dürfte seine Klasse aber spätestens im nächsten Bären- oder Seitwärtsmarkt unter Beweis stellen: In derartigen Phasen entwickelten sich die von Nielsen betreuten Fonds in der Vergangenheit fast immer überdurchschnittlich.

Eine Tabelle mit den wichtigsten Daten aller drei Fonds im Vergleich finden Sie in der aktuellen Ausgabe von DER FONDS.

Duell zu dritt: Jeden zweiten Freitag in DER FONDS

In fast jeder Fondskategorie gibt es Angebote, die mehr oder weniger deutlich die Konkurrenz dominieren: Sie sind besser und größer als das Gros ihrer Mitbewerber, und sie sind überdies bei Privatanlegern und Profi-Investoren gleichermaßen beliebt. Doch so erdrückend die Überlegenheit im Einzelfall auch erscheinen mag – eine Garantie, dass ein Fonds-Champion in drei oder fünf Jahren immer noch die Nummer 1 ist oder zumindest zu den Besten seiner Klasse gehört, gibt es nicht. Deshalb stellt DER FONDS regelmäßig zwei Konkurrenten vor, die mittelfristig ebenfalls das Zeug zum Champion haben. Dabei kann es sich sowohl um ebenfalls bereits seit längerem am Markt etablierte Produkte handeln als auch um Newcomer, die erst vor kurzem aufgelegt oder für den Vertrieb in Deutschland registriert wurden.

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