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Erste Mystery-Shoppings Testberatungen der Bafin liefern schwache Ergebnisse

Vorsicht Beratung? (Symbolbild)
Vorsicht Beratung? (Symbolbild): Die ersten Tests der Bafin fallen ernüchternd aus. | Foto: bertholdbrodersen / Pixabay.com

Die Finanzaufsicht Bafin gibt erste, schwache Ergebnisse ihrer verdeckten Beratungstests bekannt. Wie sie im aktuellen Bafin-Journal mitteilt, liegen inzwischen 36 Resultate vor. „Für repräsentative aufsichtliche Schlussfolgerungen war die Stichprobe [...] zu klein“, schränkt sie folglich auch gleich ein. Ein erster direkter Blick auf die Realität sei aber durchaus möglich.

Und der sei ernüchternd, heißt es weiter. So habe der Berater in zwölf Gesprächen nicht die nötigen Informationen übergeben. Viermal habe die Geeignetheitserklärung gefehlt. In ihr müssen Berater aber darlegen, warum ihrer Meinung nach die vorgeschlagenen Geldanlagen für den Kunden taugen. Und fünfmal seien die Kosten der vorgeschlagenen Produkte einfach im Dunkeln geblieben. Dreimal fehlte sogar beides. Bei fast allen getesteten Instituten habe es irgendwelche Mängel gegeben, vor allem bei älteren Kunden.

Besonders heikel: In einigen Fällen nahm der Berater die Kundenangaben nicht korrekt auf. Bei der Bafin vermutet man, dass man so bestimmte Produkte empfehlen konnte, die bei korrekten Angaben nicht gepasst hätten.

Für die Bafin sind die Ergebnisse ein Warnsignal. So sagt der Verbraucherschutzbeauftragte Christian Bock:

„Die Daten erlauben zwar keine Rückschlüsse auf den Gesamtmarkt, sind für mich aber ein klares Zeichen dafür, dass wir künftig bei der Anlageberatung noch genauer hinsehen müssen.“

Und genau das soll passieren. Im neuen Jahr will die Bafin die Tests von reiner Anlageberatung auf weitere Gebiete ausweiten. Jährlich mehrere Hundert Testkäufe soll es geben, kündigt Bock an. Zum Beispiel auch zu Restschuldversicherungen.

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