Eli Wallach (links) und Clint Eastwood im Westernklassiker „The Good, the Bad and the Ugly“ Foto: imago images / Mary Evans

Spacs auf dem Prüfstand

The Good, the Bad and the Ugly

Spacs (Special Purpose Acquisition Company) sind Unternehmen, die mit dem Ziel gegründet und an einer Börse notiert werden, um später ein Wachstumsunternehmen zu kaufen. Sie sind eine einfache Möglichkeit für Unternehmen, an die Börse zu gehen und einen langen und manchmal schwierigen Notierungsprozess zu vermeiden. Die reichlich vorhandene Marktliquidität und die Rückkehr eines risikofreudigen Umfelds nach der Covid-Krise haben zu Marktwachstum und zu steigender Euphorie beigetragen. Davon profitieren die an sich nicht neuen Spacs. Nach einem Rekordjahr 2020 wurden gemäß Bloomberg im ersten Quartal 2021 durch die Börsengänge von fast 300 Spacs fast 100 Milliarden Dollar eingenommen. Das macht mehr als zwei Drittel des Gesamtwerts der Börsengänge auf dem US-Markt aus.

Das Phänomen Spacs zog viele Investoren – auch Kleinanleger – an. In letzter Zeit sind Spacs allerdings unter Druck geraten. Einige angekündigte Fusionen sind nicht wie erwartet gelaufen und haben damit die Performance gedrückt. Der „IPO Spac Index“ weist Verluste von über 20 Prozent seit dem Höchststand auf, trotz einer positiven Performance für den Gesamtmarkt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Spacs erreichen nun einen Kipppunkt. Der Rücksetzer in der Marktperformance kommt zu einer Zeit, in der die SEC Warnungen ausspricht und Spac-Praktiken in Frage stellt. Eine stärkere Regulierung wird erwartet. Bisher haben von Spacs vor allem Sponsoren und Investoren mit einem kurzfristigen Anlagehorizont sowie Investmentbanken profitiert, die im IPO- und Fusionsprozess Gebühren verdienen. Die überbordende Markteuphorie hat im Vorfeld von Fusionen zu Kurssteigerungen geführt, während die Performance nach den Fusionen eher enttäuschend war und langfristig-orientierte Investoren geschadet hat.

Der Trend deutet darauf hin, dass einige Exzesse bereinigt werden und Investoren vorsichtiger werden. Aus Sicht eines langfristigen Anlegers erkennen wir zwar einige Vorteile von Spacs an, glauben aber, dass die derzeitige Struktur eher kurzfristige spekulative Investments begünstigt. Spacs bieten sich weniger für fundamentale Investoren an, die Geschäftsmodelle, Wachstumsperspektiven und das ESG-Profil eines Unternehmens analysieren wollen.

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