„The Wolf of Wall Street“ im Finanzvertrieb: Betrüger unterrichtet Überzeugungsstrategien

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Im Film “The Wolf of Wall Street“ vom Regisseur Martin Scorsese spielt Leonardo DiCaprio den Finanzbetrüger Jordan Belfort. Mit seiner Börsenmakler-Firma Stratton Oakmont mit Sitz auf Long Island bei New York hat Belfort in den neunziger Jahren Tausende Privatanleger mit Ramschaktien betrogen. 1998 wurde er verhaftet und 2003 wegen Wertpapierbetrugs und Geldwäsche zu vier Jahren Haft verurteilt. Nach weniger als einem Jahr wurde der Finanzbetrüger allerdings wieder freigelassen - mit der Auflage, seine Opfer zu entschädigen. Die Anleger haben nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehr als 200 Millionen Dollar durch Stratton Oakmont verloren.

Während der Film in den USA seit Weihnachten die ersten Erfolge feiert und am Donnerstag auch in Deutschland anläuft, meldet sich nun auch Belfort selbst zu Wort. Auf seiner Homepage bietet der geläuterte Betrüger Vertriebstrainings nach seiner „bewährten“ Methode Straight Line Persuasion System - auf Deutsch: geradlinige Überzeugung - an. In seinem Werbetext bezieht er sich direkt auf den Film und gibt an, das ultimative Geheiminis der unwiderstehlichen Überzeugungskraft gefunden zu haben. Für gerade einmal 1.997 US-Dollar können die Kunden online an seinem Erfolgsgeheimnis teilhaben - sollten dies aber bitte, im Gegensatz zu Belfort selbst, nur zu ethisch vertretbaren Zwecken nutzen, so Belforts Website. Dann könnten sie bereits nach 14 Tagen Training ihren Umsatz verdoppeln.

Nicht nur bei seinem Erfolgsversprechen, auch bei den Referenzen trägt Belfort dick auf. Laut seiner Homepage gehören zahlreiche angesehene Unternehmen und Behörden zu seinen Kunden, darunter internationale Börsen, die US-Notenbank, der Mischkonzern General Electric und die Deutsche Bank.

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