Der Technologie-Investor und Fondsmanager Frank Thelen geht eine strategische Partnerschaft mit Michael Geke ein, Chef des Fintech-Unternehmens Quantmade. Gemeinsam haben sie den Zertifikate-Anbieter Quant42 gegründet. Dieser soll aktiv gesteuerte Zertifikate auf quantitative Anlagestrategien auf den Markt bringen, die allerdings per KI gemanagt werden.
Mit an Bord ist die UBS, die die Zertifikate als Emittentin lanciert.
Quant42 startet mit zwei Zertifikaten
- Die Strategie Quant42 Core (ISIN: CH1493637784) richtet sich an Anleger mit einer empfohlenen Haltedauer von mindestens zwei Jahren. Das zugrunde liegende Modell screent täglich Einzelaktien aus dem S&P 100 und Nasdaq 100 und soll auf diese Weise kurzfristige Unter- oder Überbewertungen herausfiltern. Die Strategie kann sowohl Long- als auch Short-Positionen eingehen und bei Bedarf auch zu 100 Prozent in Cash umschichten. Man mache 150 bis 200 Trades pro Jahr und arbeite mit einem Hebel (Leverage) von 1,3. Kosten: 0,79 Prozent Management Fee und 20 Prozent Performance Fee bei Erreichen einer festgelegten Erfolgsschwelle (High-Watermark).
- Das Zertifikat Quant42 Plus (ISIN: CH1493631076) ist als offensivere Variante der Core-Strategie konzipiert. „Die Strategie baut auf denselben KI-Algorithmen auf, agiert jedoch offensiver bei der Allokation, um Marktimpulse stärker auszuschöpfen“, teilen die Quant42-Gründer mit. Management und Performance Fee blieben gleich.
In der begleitenden Mitteilung werben Thelen und Geke mit hohen Renditen: 15,4 Prozent Jahresrendite in der Core-Strategie, rund 24 Prozent jährliche Performance (CAGR) im Plus-Zertifikat. Die Offensiv-Variante sei zudem mit einem nicht näher spezifizierten „Airbag“ ausgestattet, der Ausschläge nach unten begrenzen soll.
„Durch unsere Partnerschaft mit der UBS bietet Quant42 jetzt eine bisher nur institutionellen Anlegern zugängliche Strategie für alle an“, sagt Thelen. Er habe selbst als Seed-Investor in die Produkte investiert.
Michael Geke ergänzt: „Quantmade ist auf die Entwicklung moderner, datengesteuerter Investment-Algorithmen spezialisiert. Im Jahr 2025 wurden wir mit dem Future Fundstars Award dafür ausgezeichnet.“ Mittlerweile manage man über 300 Millionen Euro in unterschiedlichen Anlageprodukten.
Geke war Sieger der Future Fundstars 2025
In der Tat konnte Geke Anfang dieses Jahres den Investmentwettbewerb „Future Fundstars“ für sich entscheiden. Er trat dort dort mit seiner Strategie „Pred AI“ an und habe die Jury „mit einem modernen, algorithmischen Ansatz, der künstliche Intelligenz für Investmententscheidungen nutzt“, überzeugt, berichtete damals DAS INVESTMENT.
Mit Quantmade hat Geke auf dieser Basis inzwischen unter anderem einen Ucits-Fonds gestartet, den Quantmade AI Quant Fund (ISIN: DE000A414Z07). Über eine Kooperation mit der Börse Stuttgart bietet er zudem Quant-Strategien zum Nachbauen für Selbstentscheider an.
Frank Thelen betreibt neben seiner Investoren-Tätigkeit außerdem die Fondsboutique Teq Capital (ehemals 10xDNA Capital Partners), die mehrere Fonds aufgelegt hat und sich dabei auf Tech- und Kryptotechnologie-Investments fokussiert. Die Fonds von Teq Capital folgen den europäischen Ucits- beziehungsweise AIF-Regeln, die Investoren bestimmte Anlagegrenzen vorgeben.
Die über Quant42 aufgelegten Zertifikate hingegen haben keine derartigen Beschränkungen. Zertifikate bieten ihren Betreibern im Gegensatz zu Fonds deutlich mehr Flexibilität in der Portfoliogestaltung. Sie gelten daher als risikoreicher.

