Grafik: Hürdenspringer symbolisiert aktive ETFs
Aktive ETFs wollen das Beste aus beiden Welten liefern | Bildquelle: Joscha Thieringer mit Midjourney

Was sind aktive ETFs?

Aktive ETFs sind börsengehandelte Fonds, bei denen ein Portfoliomanagement-Team die Zusammensetzung des Portfolios aktiv steuert – im Unterschied zu klassischen Index-ETFs, die einen Index möglichst exakt nachbilden.

Die Manager eines aktiven ETFs wählen Wertpapiere gezielt aus, gewichten sie bewusst über oder unter und können Titel ganz meiden. Ziel ist es, gegenüber einer Referenz (Benchmark) einen Mehrertrag („Alpha“) zu erzielen oder ein bestimmtes Risiko‑/Ertragsprofil zu erreichen.

Strukturell funktionieren aktive ETFs wie normale ETFs:

  • Sie werden laufend an der Börse gehandelt,
  • weisen in der Regel transparente Kosten und hohe Handelbarkeit auf und
  • lassen sich intraday kaufen und verkaufen.

Damit kombinieren sie die Flexibilität des ETF‑Wrappers mit der Analyse‑ und Research‑Tiefe eines aktiven Fonds.

Weltweit umfasst der Markt aktiver ETFs inzwischen einen erheblichen dreistelligen Milliardenbetrag, in Europa ist das Segment mit einem Anteil von nur wenigen Prozent am gesamten ETF‑Vermögen noch ein Nischenmarkt – wächst aber deutlich schneller als klassische Index‑ETFs (Stand: Ende 2025).

Aktive ETF-Liste (beste, günstigste, größte)

In der folgenden Übersicht finden Sie die in Europa handelbaren aktiven ETFs, die Sie nach drei zentralen Kriterien sortieren können:

  • Beste aktive ETFs – nach Performance im laufenden Jahr (YTD) und über 1 Jahr
  • Günstigste aktive ETFs – nach laufenden Kosten (TER)
  • Größte aktive ETFs – nach Fondsvolumen in Millionen Euro 

So nutzen Sie die Tabelle in der Praxis:

  • Leistungsstarke Kandidaten finden: Sortieren Sie zunächst nach YTD‑ oder 1‑Jahres‑Performance, um Strategien zu identifizieren, die in der jüngeren Vergangenheit überzeugt haben.
  • Kostenfilter anwenden: Sortieren Sie anschließend nach TER, um innerhalb der favorisierten Kategorie die kosteneffizientesten aktiven ETFs herauszufiltern.
  • Liquidität prüfen: Über die Sortierung nach Volumen (in Millionen Euro) sehen Sie, welche Produkte sich aufgrund ihrer Größe und Handelbarkeit besonders für größere Tickets eignen.

Hinweis: Die Angaben zur Wertentwicklung beziehen sich auf die Vergangenheit und sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.

Die größten Anbieter aktiver ETFs

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FAQs zu aktiven ETFs

Lohnen sich aktive ETFs?

Aktive ETFs können sich lohnen, wenn sie in einem halbwegs effizienten Kostenrahmen ein klares, nachvollziehbares Alpha‑ oder Risikomanagement‑Versprechen abgeben – und dieses über mehrere Jahre einlösen. Eine systematische Manager‑ und Track‑Record‑Analyse bleibt unerlässlich.

Tipp: Nutzen Sie unseren ETF-Vergleich, um aktive und passive Varianten gegeneinander laufen zu lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Enhanced ETFs und aktiven ETFs?

„Enhanced“‑ oder „Research Enhanced“‑ETFs sind eine Untergruppe der aktiven ETFs:

Enhanced / Research‑Enhanced ETFs: 

  • Orientieren sich eng an einer Benchmark (z. B. MSCI World, S&P 500).
  • Weichen nur kontrolliert vom Index ab; der Tracking Error ist bewusst begrenzt.
  • Arbeiten oft quantitativ (Faktor‑Tilt nach Value, Quality, Momentum, ESG etc.).
  • Ziel: ein leicht besseres Risiko‑/Ertragsprofil als der Index, ohne ihn komplett zu verlassen.

Breit definierte aktive ETFs:

  • Haben deutlich mehr Freiheitsgrade in der Titelauswahl.
  • Können ganze Sektoren oder Länder stark über‑ oder untergewichten oder die Benchmark nur als grobe Orientierung nutzen.
  • Das Portfolio kann sich stark von der Indexzusammensetzung unterscheiden; der Tracking Error ist entsprechend höher.

In der Praxis unterscheiden Research‑Häuser häufig Klassen wie „High Conviction Active“, „Core Active“ und „Constrained Active“. Enhanced‑ETFs fallen meist in die letzte Gruppe: Sie sind aktiv, aber mit begrenzter Abweichung zur Benchmark – eine Art „aktivierte“ Index‑ETF‑Variante.

Wer hat aktive ETFs erfunden?

Die ersten aktiven ETFs kamen Ende der 2000er‑Jahre in den USA auf den Markt. Als Pionier gilt ein von Bear Stearns lancierter Geldmarkt‑ETF („Current Yield ETF“, Ticker YYY), der im März 2008 an der American Stock Exchange gestartet wurde.

In Europa setzten sich aktive Ucits‑ETFs erst später durch. Der db x-trackers ActiveCargo Euro Stoxx 50 Optimised gilt als erster voll transparenter aktiv gemanagter ETF (gestartet am 26.10.2012), wurde aber bereits 2017 liquidiert.

Sind aktive ETFs teuer?

Die TER von aktiven ETFs liegt meist um 0,1 bis 0,3 Prozentpunkte höher als vergleichbare passive Produkte. Die jährlichen Gesamtkosten von aktiven ETFs bewegen sich überwiegend zwischen 0,2 und 0,5 Prozent – und damit deutlich unter den Kosten von aktiv gemanagten Fonds.