M&G-Fondsmanager Alex Araujo Foto: Piotr Banczerowski

M&G-Fondsmanager im Interview

„Thematischen Rückenwind bekommen wir idealerweise umsonst“

DAS INVESTMENT: Sie haben den Fonds vor zwei Jahren übernommen, kräftig verändert und in Sachen Wertentwicklung zurück in die Spur gebracht. Hätten Sie nicht besser einen neu aufgelegten Fonds übernommen, der kein altes Image mitbringt?

Alex Araujo: Das habe ich im Grunde ja getan. Man hat mich gefragt, wie ich von Grund auf eine neue Strategie entwickeln würde. Nicht selten übernimmt ein Manager einen Fonds und verändert nicht viel. Wenn dann etwas schiefgeht, kann er seinen Vorgänger beschuldigen. Läuft es gut, kann er es als seinen Verdienst herausstellen.

Was bei Ihnen somit anders läuft.

Araujo: Wir haben einfach angenommen, dass es keinen alten Fonds gab und wir einen komplett neuen Fonds aufbauen. Deshalb haben wir große Teile des Portfolios umgekrempelt.

Der M&G Global Themes startete unter anderem Namen im Februar 1973 (ISIN: GB0030932346). In den Nullerjahren wurde er als M&G Global Basics durch Fondsmanager Graham French bekannt, der das Portfolio erfolgreich an den Grundbedürfnissen der Menschen ausrichtete: essen, trinken, tragen, rauchen und einiges mehr. Allerdings schadete insbesondere der Rohstoff-Crash ab 2009 der Wertentwicklung. Inzwischen ist der Fonds in Global Themes umbenannt und erfolgreich nach Luxemburg umgezogen (LU1670628491). Verantwortlich ist nun Alex Araujo.

Aber Sie haben eine alte ISIN mit zuletzt schwacher Wertentwicklung übernommen. Das wäre eine vermeidbare Last gewesen.

Araujo: Nicht wirklich, vergangen ist vergangen. Ich messe mich nur ab dem Tag, an dem ich den Fonds übernommen habe. Es ist heute meine Aufgabe, mich nach meinem Ansatz um das Geld meiner Kunden zu kümmern, und das mache ich.

Es gibt eine Menge Fonds, die Themen nutzen sollen. Wie wollen Sie sich von denen unterscheiden?

Araujo: Da wäre zunächst die übergreifende Philosophie. Sie lautet thematisches Investieren auf Grundlage der Realität.

Was ist daran besonders?

Araujo: Bei Themenfonds geht es häufig um alle Veränderungen, diese vielen aufregenden Technologien, Erfindungen und Trends, die um uns herumschwirren. Man kann sich dabei leicht forttreiben lassen und vergessen, auf die Substanz zu achten. Den Fehler wollen wir nicht machen. Wir wollen in echte Geschäftsmodelle investieren, die Geld einbringen, dabei aber die strukturellen Kräfte der großen Trends als Rückenwind nutzen. Wir meiden also solche zurzeit sehr populären Geschäftsmodelle, die nur deshalb an der Börse boomen, weil die Menschen von der Idee begeistert sind. Wir bleiben auf festem Boden und bewerten Geschäftsmodelle. Und für die wollen wir zwar nicht unbedingt einen besonders tiefen, aber auf jeden Fall einen fairen Preis bezahlen.

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